Jan 142015

Traditionelle Basteleien

 1. So baut man eine “Dohne” für den Krammetsvogelfang

2. So baut man einen “Flipps”

3. So baut man eine “Fleitepiepen”

4. So baut man eine “Maipiepen”

5. So baut man eine “Knallebüchse”

6. Wäp-Wäp

 

 

 

1. So baut man eine Dohne – Der Krammetsvogelfang
Als Kind habe ich beim Herumstöbern auf dem Dachboden ein großes Bündel morscher und wurmstichiger „Holzbögen“ gefunden.
Interessiert schleppte ich das von Holzmehl staubende Bündel bei meinem Vater an.
Er erklärte mir, dass es sich dabei um so genannte Dohnen handelte, mit denen er in der so genannten “verrückten Zeit“ , in der Zeit des Tauschhandels nach dem Krieg also, „Krammetsvögel“ gefangen hatte.
Mit einem „Sack voll“ Krammetsvögel hatte er in Cloppenburg auf dem Amt bzw. nach Dienstschluss sein Motorrad wieder „frei“ bekommen.-

Weil ich nun schon mal Interesse gezeigt hatte und für den Fall, dass „mal wieder schlechte Zeiten kommen“ zeigte er mir, wie man so eine Dohne herstellt.
Man nimmt dazu einen dünnen Ast vom Haselstrauch, besser noch einen Weidenast . Zur Not ist auch ein Tannenzweig geeignet.

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   A                                                                                           B
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Der Ast wir sorgfältig gebogen und mit einer Kerbe an beiden Seiten angespitzt.
Die Spitzte am dünneren Ende wird in einen kleinen Spalt, den man mit einem scharfen Kartoffelmesser herstellt, in den Bogen hineingesteckt. In zwei seitlichen Spalten werden dann zwei Schlingen aus Pferdehaar eingeklemmt und mit einem einfachen Knoten gegen Herausziehen gesichert.
In einem weiteren Spalt wird dann unten ein Büschel Vogelbeeren eingeklemmt.
Das andere Ende wird dann draußen auf die gleiche Weise an einem Ast oder an einer Hecke befestigt.-
Krammetsvogel nannte man früher die Wacholderdrossel, die, früher als reiner Zugvogel, nur Wintergast bei uns war und aus dem kalten Norden oder Nordosten kommend, sich zu Tausenden im Spätherbst auf den Weg in den Süden machte.
Die Wachholderdrossel hat etwa die Größe einer Amsel.
Heute hat die Wacholderdrossel ihr Verbreitungsgebiet weiter nach Süden und Westen ausgedehnt, so dass sie jetzt bei uns auch im Sommer anzutreffen ist.
Im Herbst sammeln sie sich aber wie zu alten Zeiten z.B. in den Rehen , am Langen Moor und am Lahe-Ableiter (siehe Foto).

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Die Wacholderdrossel hält sich mit Vorliebe auf Wiesen und Weiden an Waldrändern , Bäumen, Büschen und Hecken auf und ernährt sich im Herbst und Winter vor allem von Beeren und Obst.
Das Fangen von Krammetsvögeln war auch schon früher nur mit besonderer Lizenz erlaubt; in Südoldenburg aber weit verbreitet.
Heute ist die „Jagd“ mit der Schlinge streng verboten.

Theo Rohjans

 

 

2. So baut man einen Flipps
Als Kinder hatten wir in den Ferien immer einen „Flipps“ bzw. „Flitsche“ dabei. Man schnitt sich eine geeignete Zwille (1) befestigte mit dünnem Draht (2) zwei Gummiringe (3) stramm an die Vorkerbungen und an die abgeschnittene „Zunge“ ((4)) von einem ausrangierten Schuh. Fertig (5)!

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Als „Munition“ sind am besten glatte, möglichst runde Kieselsteine geeignet.
Mit einiger Übung trifft man auf zehn Meter beim zweiten oder dritten Schuss eine Blechdose oder (viel schöner!) eine Flasche.
Theo Rohjans

 

3. So bastelt man eine Fleitepiepen
Eine Hirtenpfeife oder „Fleitepiepen“, wie sie bei uns hieß, stellt man im Frühjahr her, wenn in den Baumtrieben der Saft
steigt. Besonders gut sind etwa fingerdicke Triebe vom Weidenbaum oder Haselstrauch aber auch von vielen anderen Bäumen und Sträuchern geeignet.
Man schneidet ein etwa 10 cm langes Stück ab, schneidet an einer Stelle eine Rille rund um das Holz durch Bast und Borke (1) und klopft mit dem Messergriff so lange af das
längere Ende, bis sich die Borke wie eine Zigarettenhülse (2) abziehen lässt.
Man schneidet dann von dem frei gelegtem Holz ein ca. 1 cm langes Mundstück ab (3),von dem man eine Kerbe als Luftdurchlass abtrennt (4).
Nachdem man das Mundstück wieder eingeschoben hat, schneidet man gleich hinter diesem Mundstück einen kleinen
Ausschnitt als Luftauslass (5) in die Hülse. Zusammenschieben und fertig ist die„Fleitepiepen“.

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Wie man sieht, ist die Herstellung dieser Hirtenpfeife, die leider völlig in Vergessenheit geraten ist, sehr einfach. Mein Vater hat uns die Herstellung schon als Kind beigebracht.
Durch Herausziehen und Einschieben des Holzes lässt sich der Resonanzraum stufenlos variieren. Man kann so Vogelstimmen imitieren und sogar kleine Melodien darauf spielen.

Theo Rohjans

 

 

            

4. Maipiepen statt Fleitepiepen

 

Als späte Reaktion auf die Anleitung zur Herstellung

einer Fleitepiepen (Ausgabe 2006, Heft 18) habe ich eine sogenannte „Maipiepen“ erhalten.

Die Maipiepen ist die im Ammerland gebräuchliche einfachere Form der Fleitepiepen. Während bei der Fleitepiepen, wie man sie bei uns kennt, der Hohlraum         veränderlich ist, bleibt bei der Maipiepen das Mundstück mit dem Holz verbunden. Deshalb lässt sich auf der Maipiepen nur ein einziger Ton erzeugen.

Die Herstellung ähnelt der Herstellung der Fleitepiepen:

 

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Im Frühjahr wird ein Stück von einem Ast abgeschnitten.

Das Stück sollte etwa 1,5-2,0 cm Durchmesser haben. Am besten sind dafür Haselnuss oder Eberesche, aber auch andere safttreibende Busch- oder Baumarten geeignet.

In etwa 6-10 cm Abstand von der Schnittstelle wird nun die Rinde mit einem scharfen Messer abgetrennt. Auf dieses Stück wird dann solange mit dem Messergriff geklopft, bis es sich als Hülse abziehen oder abdrehen lässt (siehe Abb. A).

In die Hülse wird eine Luftöffnung geschnitten.

Aus dem freigelegten frischen Holz wird eine Kerbe herausgeschnitten bzw. herausgeschnitzt. Als letztes wird die Hülse wieder aufgeschoben (B).

Fertig ist die Maipiepen!

 

Theo Rohjans

 

5. Knallebüchsen selbstgebaut

Als Kinder hatten wir sogenannte „Knallebüchsen“, mit denen wir mit lautem Knall Eicheln verschießen konnten.
Das ging natürlich nur solange gut, bis irgendwann das gute Stück kaputt gebrochen war.
Da es sich bei meiner Knallebüchsen um ein „Erbstück“ handelte, fragte ich meinen Vater, woher denn die alte Knallebüchse stammte.
Mein Vater erzählte mir, dass die Büchsen „zu seiner Zeit“ von Tischlern hergestellt und teilweise kunstvoll gedrechselt wurden. Da aber in den sechziger Jahren kein Tischler mehr Zeit für „so was“ hatte, war es aus mit der schönen Knallerei.
Man könne sich aber auch aus Ästen von Holunderbeersträuchern selbst eine Knallebüchse herstellen. Nach ein, zwei fruchtlosen Versuchen hatte ich damals aufgegeben.

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Im letzten Jahr fiel mir die alte Knallebüchse und damit die Geschichte wieder ein.
Ich musste aber feststellen, dass das Holz viel zu nass und weich war.
Als ich mir jetzt die Holzstücke nochmal ansah, war das Holz hart, trocken und gut zu bearbeiten.
Also habe ich einen neuen Versuch gestartet.
Das „Rohr“ hat eine Länge von cirka 21 cm und der „Griff“ etwa 10 cm.
Das Mark aus dem Holunderast kann man am einfachsten mit einem 5 mm Hand-Rundbohrer entfernen; aber ein heißer Draht wird es auch tun.
Die so vorhandene Führung habe ich dann mit einem 12 mm Holzbohrer (mit Spitze) nachgebohrt.
Als Stange habe ich eine 10 mm Holzdübelstange in einer Länge von 22 cm zugeschnitten.
Die Stange wird cirka 3 cm in den entsprechend vorgebohrten Griff eingeschoben und einfach festgeklopft.
Die geriffelte Stange wird dann noch mit Schmirgelpapier geglättet.
Zum Verschießen verwendet man Eichelhäften.
Eichel einmal durchgestopft, Spucke nicht vergessen und los geht die Knallerein.
Die Knallebüchse steht dem gedrechselten Exemplar an Lautstärke und Schussweite in nichts nach!

Theo Rohjans

 

5. Wäpelraut

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Theo Rohjans

Zur Abwechselung habe ich hier Aufkleber aus der Kleintierzucht (Enten) verwendet.

Bei der Kunst des Tunscheren-Krüllens fehlt es leider noch an dem richtigen “Dreh”. Seit einiger Zeit wird aber in Löningen-Augustenfeld Unterricht im Fertigen von Tunscheren angeboten.

Ähnlich wie Tunscheren werden auch Palmstöcke “gekrüllt”. Hier verwendetes Material: Haselnuss.

 

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Vier neue “Wäpelrauts” aus dem Jahre 2017.

Hergestellt wieder aus Haselnuss mit einem scharfen “Löwenmesser”. Trockenzeit der unbehandelten Äste: 1 Woche.

Theo Rohjans

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Jan 022015

Pirgo

Das Betonwerk

17.1

 

 

 

 

 

 

Das Betonwerk im Jahre 1950

Am 1. Oktober 1903 gründeten Theodor Rohjans und Otto Rosemeyer, Löningen in Lorup die Firma Rosemeyer & Rohjans. An der Werlter Straße entstand ein kleines Fabrikationsgebäude für die Herstellung von Betondachziegeln und anderen Betonwaren.
Otto Rosemeyer war der Inhaber der Firma Gebr. Rosemeyer, Landhandel und Betonwarenfabrik in Löningen. Theodor Rohjans (* 22.9.1875) hatte bei der Firma Rosemeyer in Löningen die Herstellung von Betonwaren erlernt.
Im Jahre 1904 war Friesoythe von einem verheerenden Brand heimgesucht worden. Angefangen vom damaligen Stadttor bis an das Ende der Wasserstraße waren die Gebäude fast restlos niedergebrannt.
Beim Aufbau der Gebäude suchte man nach einer Hartbedachung, da man zu diesem Zeitpunkt in Friesoythe nur gedockte Hohlziegel-, sowie Reet-, Heide- und Strohdächer kannte. Da man bei Bränden um die erhöhte Ausdehnungsgefahr wusste, ließ man sich davon überzeugen, dass die Brandübertragungsgefahr bei Hartdächern ohne Strohdocken erheblich reduziert werden könnte.
Theodor Rohjans gelang es, fast alle Brandgeschädigten zu überzeugen und den einzelnen Bauherren Betonfalzziegel zu verkaufen.
Während der mit den Bauherren in Friesoythe geführten Verhandlungen stellte Theodor Rohjans fest, dass der von den Handwerkern für das Mauerwerk verwendete Mauersand in Körnung und Qualität besser war als der Loruper und auch für die Herstellung von Betonwaren besonders geeignet war. Er erkundigte sich nach der Herkunft des Mauersandes. Nach vorgenommenen Besichtigungen, Feststellung der Qualität und voraussichtlichen Quantität des Kiesvorkommens kauften die beiden Geschäftsinhaber Otto Rosemeyer und Theodor Rohjans 1906 das Grundstück in Altenoythe-Pirgo, um darauf ein neues Betonwerk zu errichten.

17.2

 

 

 

 
Die alte Halle aus dem Jahre 1906

Theodor Rohjans übersiedelte nach Altenoythe und übernahm die alleinige Geschäftsführung, während Otto Rosemeyer in Löningen blieb und dort den noch heute existierenden Landhandel führte.

17.3

 

 

 

 

 

 

Das Betonwerk im Jahre 1947. Im Vordergrund Theodor Rohjans und Sohn Hermann.

Da Altenoythe für den Absatz von Betonwaren geografisch wesentlich günstiger als Lorup lag und eine höhere Absatzmöglichkeit vorhanden war, wurde der Betrieb in Lorup verkauft und die Produktion in Altenoythe erheblich erweitert. Besonders die Ammerländer, die bis dahin noch keine Hartdächer kannten, waren begeisterte und kauffreudige Kunden. Die sich zu einer beachtlichen Größe entwickelte Fabrik wurde am 5. April 1906 ins Handelsregister eingetragen.

Theodor Rohjans ließ neben dem Fabrikationsgebäude ein Wohnhaus bauen und vermählte sich am 30.01.1908 mit Bernhardina Block (*15.04.1883, + 21.09.1964), Altenoythe, einer Tochter des Hermann Gerhard Block, Vorbesitzer des Grundstücks, auf dem das Unternehmen errichtet worden war. Hermann Gerhard Block war der Ehemann von Margaretha Block geb. Niemeyer. Daher der Beiname Neimers.
Margaretha Niemeyer wiederum war die Tochter des Johann Niemeyer.

 

17.4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Karte zur Markenteilung von 1823 ist Johann Niemeyer, der Großvater von Bernadine Rohjans geb. Block als Eigentümer verzeichnet.

Der Vater von Hermann Gerhard Block war Lubbert Block, gebürtig aus Ramsloh, verheiratet mit Elisabeth Willers aus Altenoythe

17.5

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Hof von Johann Niemeyer befand sich an der Riege (heute Block-Banemann, Karte zur Markenteilung von 1823).

Der Hof wird bereits 1606 im Einwohnerregister als Hof des „Gerth Nijmeyer mit Frau und drei Kindern“ erwähnt.
Theodor und Bernadine Rohjans hatten vier Kinder. Hermann (*27.02.1911, + 25.02.2004), Tobina (*30.12.1913, +28.11.1996), Margaretha (*24.06.1915, +14.02.1952) und Heinrich (*28.08.1920, + 22.03.1987).
Das Betonwerk erwies sich zu damaliger Zeit für etliche Familienväter als willkommene Verdienstmöglichkeit, da es nur wenige Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft gab. Einige Mitarbeiter kamen auch aus der Edewechter Gegend.

17.6                                                                                                                                                                                    Kiesgraben in den 20er Jahren

Theodor Rohjans konnte sich im Zuge der schwunghaften Entwicklung des Betriebes und eines sagenhaft glücklichen Einkaufsabschlusses, der auf der Zwistigkeit unter den Zementwerken beruhte, schon im Jahre 1913 einen PKW leisten und war damit der 1. Besitzer einer „Benzinkutsche” in Friesoythe und nächster Umgebung.

 

17.7

 

 

 

 

 

 

 

Theodor Rohjans und Hermann Dumstorff 1944

 

Neben der Herstellung von Betondachziegeln, Betonrohren und anderen Betonwaren nahm die Firma schon in diesen Jahren den Handel mit nordischen Hölzern auf.
Im Jahre 1914 wurden ca. 10 Arbeitskräfte beschäftigt. Die tägliche Produktion betrug über 2.500 Dachziegel. Dies bedeutet, dass eine Tagesproduktion für die Bedachung eines Wohnhauses ausreichte.
Im August 1914 begann der erste Weltkrieg. Theodor Rohjans und seine Arbeiter, welche größtenteils jüngere Leute waren, wurden alsbald zum Kriegsdienst eingezogen. Der Betrieb wurde im Jahre 1915 stillgelegt.

17.8

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dieser Fotopostkarte aus dem Jahr 1915 berichtet Theodor Rohjans seiner Nachbarin Elisabeth Timmermann, dass er ihren Mann Bernhard Timmermann in der Kaserne in Ülzen getroffen hatte und dass es ihm gut ging.

 

Gegen Ende 1918 kehrte Theodor Rohjans aus dem Krieg zurück und begann sofort mit der Wiederaufnahme der Produktion von Dachziegeln, Betonrohren usw. Der Betondachziegel setzte sich immer mehr durch. Leider begann in den Jahren 1922/23 die Geldentwertung, die zu einer vollständigen Inflation führte.
Erst nach Beendigung der Inflation im Jahre 1924 konnte wieder mit festen Werten gearbeitet werden. Die Wirtschaft erholte sich schnell. Theodor Rohjans war viele Jahre im Rat der Gemeinde Altenoythe tätig, wo er sich konsequent für die Belange von Hohefeld und Pirgo einsetzte. Für den Bau und die Erweiterung der Schule in Hohefeld stellte er jeweils kostenlos Kies und Baumaterialien zur Verfügung (siehe dazu auch die Schulchronik von Lehrer Böckmann, „Dit und Dat“ Nr. 22, Seite 27).
Mitte der 30er Jahre war er maßgeblich an der Erstellung des ersten Sport- und Fußballplatzes in den Bauertannen beteiligt, indem er kostenlos Loren, Gleise, Sand und Gerätschaften zur Planierung der Sanddünen bereitstellte.
Auch für die Befestigung des Weges vom Pirgo dorthin (jetzt Hohefelder Weg) stellte er wiederum Material und seine Gerätschaften kostenlos zur Verfügung.
Bei älteren Anwohnern ist für den Weg auch heute noch die Bezeichnung „Rohjans-Damm“ gebräuchlich.
In den Jahren 1930/32 folgte die sogenannte Weltwirtschaftskrise. Die Betondachziegel wurden zudem größtenteils vom Markt verdrängt, da inzwischen Tonhohl- und Doppelfalzziegel den Markt erobert hatten. Wegen der veränderten Situation wurde die Produktion auf ein Minimum reduziert.
Theodor Rohjans besann sich wieder der Vorkriegszeit und begann, den Handel mit Holz- und Baustoffen verstärkt aufzunehmen. Zunächst wurde wieder ein Holz- und Baustofflager eingerichtet.
In Altenoythe war wegen der geografisch ungünstigen Lage und schlechten Beförderungsmöglichkeiten nur ein Geschäft kleineren Umfangs möglich. Daher pachtete er ein Grundstück auf dem Bahnhofsgelände in Friesoythe und errichtete dort im Jahre 1935 einen größeren Holz- u. Baustofflagerschuppen.
1938 trat Hermann Rohjans, der älteste Sohn von Theodor Rohjans, in das Geschäft ein. Er war mehrere Jahre bei der Landessparkasse zu Oldenburg tätig gewesen und hatte sich als Volontär bei den renommierten Firmen J. W. Abeken, Osnabrück und Josef Hüttemann, Olsberg, Holzfachkenntnisse angeeignet.

 

17.9

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hermann Rohjans prüft den Betonkies auf seine Qulalität (um 1950).

 

Das Unternehmen entwickelte sich zusehends gut. Am 1. September 1939 begann der 2. Weltkrieg. Hermann Rohjans wurde am 26. August, einem Stellungsbefehl folgend, Soldat. Weitere junge Mitarbeiter wurden in den folgenden Monaten zum Militärdienst eingezogen.
Theodor Rohjans fühlte sich für die Weiterführung und die Alleinverantwortung zu alt und schloss kurzerhand das Geschäft.
Als die Alliierten im April 1945 Friesoythe besetzten, wurde die Firma stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Lagerschuppen, der mit wertvollen Materialien gefüllt war, wurde beim Durchmarsch der Kanadier in Brand gesetzt. Gebäude und Vorräte wurden restlos vernichtet. Ebenfalls wurden das Wohnhaus des Theodor Rohjans in Altenoythe, Pirgo (wobei sämtliche Dokumente, Bilder Fotos und eine wertvolle Münzsammlung vernichtet wurden) und das Wohnhaus des Hermann Rohjans in Altenoythe, Kirchhof ein Raub der Flammen.
Hermann Rohjans hatte das Glück, bereits Anfang Mai 1945 aus dem Krieg zurückzukehren. Jetzt hieß es, wieder von vorne anzufangen. Da in Friesoythe durch Kriegseinwirkung fast sämtliche Gebäude niedergebrannt waren, und auch die umliegenden Gemeinden stark gelitten hatten, bestand ein großer Bedarf an Dachziegeln. Man entsann sich der alten Dachziegel-Handformtische, die bis 1932 ihren Dienst getan hatten, holte sie aus den Lagerräumen hervor und machte sie wieder funktionsfähig.
Rohstoffe wurden im Kompensationsverfahren besorgt. Arbeitskräfte, darunter einige Flüchtlinge, wurden eingestellt, die gegen Geld und Naturalien Dachziegel produzierten. Der “Verkauf” der Dachziegel erfolgte größtenteils auf dem Kompensationswege. Kies für die Herstellung der Dachziegel entnahm man zum großen Teil den eigenen Vorkommen in Altenoythe, so dass hierfür kaum Naturalien erforderlich waren.

 

17.10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1947. Die Mitarbeiter Paul Treichel (damals wohnhaft in Altenoythe Riege)und Otto Steffen, der im Seitentrakt des Fabrikgebäudes wohnte.

 

Der rückwärtige Teil des Betonwerks diente der Familie Theodor Rohjans, als das Wohnhaus abgebrannt war, aber auch August Höffmann, Bernd Göken, Bernd Willer und Heinrich Lücking als Quartier.
Der umständliche Tauschhandel dauerte bis zur Währungsreform am 21.06.1948.
Im Jahr 1947 heirateten Margaretha Rohjans und Heinrich Schnarheld.

 

17.11

 

Das Hochzeitsbild vor dem wiederaufgebauten Wohnhaus 1947
Im Jahre 1951 zog sich Theodor Rohjans aus der Firma zurück.
Im Jahre 1952 wurde ein Büro- und Verkaufsgebäude für Eisenwaren und Baubeschläge an der Ladestraße in Friesoythe eingerichtet. Im Jahre 1953 konnte die Firma auf ihr 50-jähriges Bestehen zurückblicken. Eine Jubiläumsfeier unterblieb auf Wunsch des inzwischen fast 80 Jahre alten Theodor Rohjans, der sich nicht mehr voller Gesundheit erfreuen konnte. Am 17.06.1954 verstarb Theodor Rohjans.
Das Wohnhaus und die angrenzenden Wiesen auf dem Pirgo erbte Heinrich Rohjans, der diese alsbald an die Firma Rosemeyer & Rohjans verkaufte. Am 08.06.1962 erwarb die Firma Rosemeyer & Rohjans den größten Teil des anliegenden Grundstücks von der Gemeinde Altenoythe (siehe Karte Bezeichnung „Wegerde“)
Der Mitinhaber Otto Rosemeyer war bereits im Jahre 1932 verstorben und hatte seine Ehefrau Berta geborene Thole als Erbin eingesetzt.
Die Erben der Witwe Rosemeyer, die gleichzeitig mit der Weiterführung der Firma Gebr. Rosemeyer als Erben betraut worden waren, verkauften 1964 ihre Anteile an die damaligen Mitinhaber Hermann und Heinrich Rohjans für 160.000 DM.
Am 19.12 1986 kaufte Theo Rohjans Grundstück und Gebäude.
Im hinteren Teil des Betonwerks und auf dem Dachoden wurde ein Fabrikmuseum zusammengestellt. 1999 errichtete Theo Rohjans an der Stelle des am 18.11. 1974 abgebrannten Wohnhauses nach eigenem Entwurf, eigenen Plänen undeigener Statik  ein neues Wohnhaus.

 

 

17.12                     17.13

 

 

 

                                                                          Kieskuhle-Pirgo-150x150

 

 

 

17.14

 

 

Bis ins Jahr 1987 wurde noch sporadisch Kies (feiner Fugsand) gebaggert. Bis 1988 wurden noch im Winter, wenn es witterungsbedingt in der Sägerei in Friesoythe keine Arbeit gab, Betonwaren hergestellt.
Theo Rohjans (aus Chronik Pirgo, 2014)

 

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Foto 2014 von Daniel Kemper von einem Hubschrauber aus gemacht.

Dez 082014

Die Kobrinks

1. Ursprung und Anfänge

2. Die Blütezeit

3. Das Ende der Kobrinks, Erbfolge und Verkauf

 

Die Kobrinks

Weithin bekannte Relikte der Altenoyther Kobrinks sind z.B. das Epitaph in der Vitus Kirche, der Kobrinksche Hügel -auch Kalvarienberg genannt- und die weithin bekannte Grabplatte aus Sandstein, die immer noch ungeschützt unter der Traufe neben der Sakristei steht, der Anna von Fikensholt geborene von Kobrink. Allgemein bekannt ist auch, dass die Ländereien der Kobrinks über die Familie von Frydag bei Vechta an den heutigen Gutsbesitzer Wreesmann gelangt sind. Aber wie kamen die Kobrinks nach Altenoythe und was gibt es Interessantes aus ihrer Familiengeschichte zu berichten?

1. Die Anfänge

In seinem Buch „ Geschichte des ehemaligen Niederstifts Münster“ Band 2 von 1841 schreibt C.H. Nieberding auf Seite 479: „Evert Kobrink … verkaufte um 1439 die Freseburg …und baute sich wahrscheinlich wieder in Altenoythe an. Sein Sohn Cord Kobrink ( auch Konrad genannt) scheint daselbst schon gewohnt zu haben, denn auf Servatius 1445 lieh er 50 Goldgulden vom Bürgermeister Meyborg zu Friesoythe.“(Anmerkung: gemeint ist die Burg in der Gemeinde Fresenburg bei Lathen). Bei Pfarrer Dr. C. L. Niemann in „ Das Oldenburgische Münsterland“ aus dem Jahr 1889 heißt es:

„Nachdem die feste Burg to Oite (gemeint ist Friesoythe) von den verbündeten Kriegern 1393 erobert und diese unter Münsterscher Herrschaft eine friedlichere Bestimmung erhalten hatte , wurde bald darauf in der Nähe derselben ein neuer herrschaftlicher Wohnsitz gegründet. Evert Cobrink … baute sich in der Nähe der alten Pfarrkirche Oite eine neue Burg.“ Evert Cobrink wird an anderer Stelle auch Eberhard Cobrink genannt. Der Name Kobrink taucht in verschiedener Schreibweise auf: Kobrink, Kobrinck, Koberingk, Kobring, Kohbring, Koberding, Kobrynck oder Cobrink.

Im Gegensatz zu diesen Angaben vermutet C. Hoffmann den Cord Kobrink als den Gründer des Gutes Altenoythe.

14.1

Die Kobrinksche Burg wurde also wahrscheinlich zwischen 1439 und 1445 erbaut. Peter Zimmermann schreibt über die Herkunft der Kobrinks in seinem Beitrag zur Oldenburgischen

Familienkunde Heft 1 auf Seite 339: „ Gleich mit den ersten urkundlichen Überlieferungen zu Beginn des 15. Jahrhunderts gehört die Familie zu reich begüterten Ministerialen mit der

Titulierung „Knappe“ im Raum Altenoythe und Vechta … wahrscheinlich ist an eine freie Herkunft mit dem Aufstieg in den Adelstand im 13./14. Jahrhundert zu denken. Am 25.01.1322

wird unter den Gütern, die der Ritter Justius de Sutholte seinen Enkeln, den Knappen Hermann und Johann vererbt hatte der Kobrinkhof zu Goldenstedt genannt.“ Ob die

Ministerialen tatsächlich von Anfang an völlig frei waren, ist fraglich, da sie als Bedienstete bei Hofe oder für den Hof tätig waren. Auf Grund Ihrer Verdienste und Fähigkeiten

erhielten sie von den Herrschaften die Güter, um hieraus für die Oberen Gewinn und Abgaben zu erzielen oder doch zumindest das Herrschaftsgebiet besser beherrschbar zu machen und sozusagen zu „durchdringen“. Ebenso wie in Goldenstedt gab es auch einen Hof Kobrinck im Kirchspiel Ostbevern (bei Warendorf), der an den Bischof in Osnabrück Abgaben (Lehen) zu leisten hatte. Der Name Kobrink kommt lt. C. Hoffmann in seinem Beitrag zu „Adel auf dem Lande“ Seite 213 von Ko= Kuh und Brink grüner Hügel also Kobrink: hügelige Kuhweide. Der erste persönliche urkundliche Nachweis über einen von Kobrink findet sich um 1371. Der Knappe, worunter man einen militärischer Bediensteten, nicht unbedingt den Helfer oder Gehilfen eines Ritters versteht, Burkhard von Kobrinck sagte am 12. Dezember 1371 im Auftrag eines Hermann von Bockraden (bei Ibbenbühren) der Stadt Osnabrück die Fehde an. Außerdem schenkte er urkundlich um 1377 das Erbe in Schmertheim der Kirche St. Andreas in Crappendorf (heute Cloppenburg). Damit taucht der Name Kobrink urkundlich zuerst im Süden des Amtes Cloppenburg auf.

Theo Rohjans

Fortsetzung folgt  

 

2. Teil : Die Blütezeit in Altenoythe

 

Zusammenfassung des ersten Teils: Die erste Erwähnung der Familie von Kobrink stammt aus dem Jahr 1322. Genannt wird ein Kobrinkscher Hof in Goldenstedt. In Altenoythe wird ur-kundlich zuerst Cord v.K. im Jahre 1445 genannt. In dieser Urkunde leiht er der Stadt Friesoythe 50 Goldgulden. Die Burg wurde zwischen 1439 und 1445 erbaut. Die Burgstelle befindet sich an der Grenze zwischen den Höfen Meyer und Duen.

Die K.s führen ebenso wie die Familie von Fikensolt , die Familie von Mansingen (bei Westerstede, wo die K.s ebenso Besitz hatten) und die Familie Wehlau zu Specken in Bad Zwischenahn dasselbe Wappen, die Pferdebremse (Pramme).

Das Gut besteht ursprünglich aus zwei Hofstellen (1) aus dem vormaligen Besitz der Tecklenburger, die 1398 von den verbündeten Bischöfen von Osnabrück und Münster besiegt wurden. Sie sind sogenannter Ministerialadel vom Hof des (besiegten) Grafen von Tecklenburg (2).

Die wichtigsten Mitglieder und Herren von Kobrink in Altenoythe sind:

Ewert v. K.   + in Altenoythe (vor 1470), verheiratet mit Elske von Schwenke (3)

Cord v. K.     Sohn von Ewert v. K. * in Altenoythe (lebte urkundlich erwähnt um 1445); + in Altenoythe (vor 1476),

verheiratet mit Nese von Voß

Rötger (I.) v. K.     lebte zu Beginn des 16. Jahrhunderts und ist 1550 bereits verstorben; verheiratet mit Elzabe (von Meinsdorf?)

Kaspar v. K.      Sohn von Rötger v. K. * in Altenoythe ca. 1510; + in Altenoythe ca. 1569; heiratete 1451 Margaretha von Schade zu Ihorst und Bakum

Rötger (II.) v. K.     Sohn von Kaspar v.K. * ca. 1550 in Altenoythe;   + um 1603; verheiratet ca. 1590 mit Margaretha von Reden.

Bernhard v. K.     Sohn von Rötger (II.) v. K.   * in Altenoythe ca. 1602; + in Altenoythe 30.4.1679; verheiratet 1650 mit Anna von Grothaus zu Meseburg. Sie brachte Besitz vom Gut Vehr in Essen/O. mit in die Ehe.

Eine weitere wichtige Person ist Anna v. K.. Sie war die Schwester von Kaspar v. K. und heiratete etwa 1535 den Cyriakus von Fikensolt. Dieser belagerte 1538 auf der Seite des Oldenburger Grafen die Stadt Vechta und war nach der Eroberung der Cloppenburger Burg zum Drosten von Clopp-penburg ernannt worden. Anna „überlebte“ ihren Mann und zog sich nach seinem Tod in die elterliche Burg in Altenoythe zurück. Sie wurde 1561 in Altenoythe beerdigt. Die Grabplatte ihrer Gruft steht neben der Sakristei der Vitus Kirche.

Ewert v. K. war Mitglied der Burgmannschaft in Vechta. Sein Sohn Cord hat durch Heirat das Lehen über die Güter derer von Voß erhalten.

Rötger (I.) v. K. war 1519 und 1520 Knappe. Aus diesen Jahren existiert jeweils eine Unterschrift.

15.1Unterschriften von Rötger von Kobrink 1519 und 1520 aus (1)

Am 21.10.1519 verkauft er den „Zehnten“ (d.h. seine jährlichen Einnahmen) von seinem Besitz in Mansie (Gemeinde Westerstede) an Graf Johann V. von Oldenburg. Die „Zehntgerechtigkeit“ (Recht zur Einnahme des Zehnten) wurde später zurückgekauft. Am 2.6. 1520 verkauft er dem Grafen Johann zwei Meyerhöfe zu Specken und Kayhausen (Gemeinde Bad Zwischenahn).

Sein Enkel, der ebenfalls Rötger hieß, „belehnte“ Höfe in Lathen, Werlte und Garrel. Im Jahre 1580 gehören der Familie v. K. unter anderem Höfe und Hofanteile in Nordermoor, in Bardenfleth, in Huntorf und in Moorhausen. In einer Liste sind um 1600 Einnahmen aus Vestrup, Schwichtel, Carum und Spreda aufgeführt.

Vertragliche Vereinbarungen gibt es über Höfe im Kirchspiel Cloppenburg, Krapendorf, Resthausen und Dwergte.

Es gehörten zu dieser Zeit 36 Bauernhöfe überwiegend in den Ämtern Cloppenburg und Vechta zum Gut, wovon 23 im Kirchspiel Altenoythe lagen.

Kaspar, der Bruder des Bernhard von Kobrink, wurde 1593 in Altenoythe geboren und starb am 7.4.1673 als Domherr in Lübeck, wo er von 1618 bis 1641 als Canonicus tätig war. Er ist im Lübecker Dom beerdigt. Neben seinem Bild sind 16 Ahnenwappen aufgeführt. Im hohen geistlichen Amt des Kaspar v. K. liegt vermutlich auch die Erklärung dafür, dass die Familie v. K. auch nach 1668 – der Verkündung der Rekatho-lisierung von der Kanzel in der Altenoyther Kirche – weiterhin lutherisch bzw. calvinistisch (Anna Judith v. K.) blieb.

Der Sohn von Rötger v. K. war Bernhard von Kobrink, unter dem das Gut eine weitere Fortsetzung der Blütezeit erlebte.

Er tut sich durch den Erwerb zahlreicher Wiesen, Äcker und Flächen, Ziegeleien und Mühlen in Altenoythe, Bösel und Friesoythe selbst in der Zeit des 30-jährigen Krieges hervor.

Er lässt 1641 die Wassermühle in Bösel (Aumühlen) wieder aufbauen. Sie war 1538 zerstört worden.

Die Wassermühle in Friesoythe kaufte Bernhard v. K. im Jahre 1640. Die Mühlen waren sichere Einnahmequellen, da es sich um sogenannte Zwangsmühlen handelte, d. h. die Bauern aus Altenoythe, Friesoythe, Barßel und Garrel waren verpflichtet, ihr Korn in Friesoythe mahlen zu lassen.

1638 kaufte Bernhard v. K. die Ziegelei in Bösel von der Stadt Friesoythe. Sie lag in der Nähe zu der bereits im Jahre 1604 für 1000 Reichstaler gekauften Ziegelei. In Oldenburg besaßen die K.s ein Haus in der Achternstrasse und in der 12.Rotte.

Er ließ 1644 die größte der drei Glocken im Altenoyther Kirchturm neu gießen. Die Umschrift lautete „ + Spes mea Christus. Bernhard von Kobrinck auff Oldenoytha Erbgesessen.“

Da er nach der Rekatholisierung lutherisch blieb, wurde er 1651 vom Pastor als Häretiker, als Ketzer bezeichnet. (1)

1663 ließ er in der Kirche eine 4,00 x 3,00 x 1,20 m große Gruft anlegen. Das Barockepitaph lässt er 1675 errichten.

15.2Allianzwappen Kobrink/ Grothaus. Ausschnitt aus dem Epitaph (1)

1679 wird er in seiner Gruft beigesetzt. Er ist der letzte Kobrink zu Altenoythe. Seine Frau Anna Judith stirbt im Jahre 1694.

Die Familie v. K. hatte stets durch gutes Wirtschaften und durch Heirat ihren Besitz vergrößern können. Andererseits hatten sie ihren Besitz nicht durch Erbschaft aufteilen müssen. So hatte Herbold, der Bruder von Rötger (II.), das Gut Fikensolt durch Kauf und der andere Bruder Otto das Gut Daren bei Vechta durch Einheirat erhalten.

In der nächsten Generation hatte Bernhard v. K. das Glück, dass sein Bruder Otto 1620 dann das Gut Daren bei Vechta erbte und sein Bruder Kaspar eine Stelle als Domherr in Lübeck (s.o.) erhielt.

So hatte die Familie es zu einigem Wohlstand gebracht. Im Jahre 1662 hatte die Familie v. K. neben zwei Knechten, zwei Mägden und zwei Jungen auch den Diener Johann Bischoff (4) als Hauspersonal.

Die v. K.s hatten einen Sitz im münsterschen Landtag, wozu unter anderem großer Gutsbesitz und der Besitz einer adeligen Burg Voraussetzung waren. In „ Die Geschichte der Stadt Friesoythe“ geht C. Hoffmann in seinem Beitrag davon aus, dass die Burg im 30-jährigen Krieg zerstört und „woanders“ wieder aufgebaut wurde. Diese Darstellung ist falsch, da die Burg auf der Meyerhofkarte von 1798 noch verzeichnet ist und das neue Gut Altenoythe mit Gutsgebäude und Gräben erst um 1830 bis ca. 1860 neu erbaut wurde. Da Bernhard v. K. erst spät die Anna von Grothaus heiratete und die Ehe ohne Nachkommen blieb, fällt das Gut Altenoythe nach dem Tod von Bernhard v. K. an den Darener Zweig der Familie. Damit war die aktive Zeit der von Kobrinks in Altenoythe beendet. Ab dem Jahr 1728 wurde das Gut von Daren bei Vechta aus verwaltet.

Theo Rohjans

(1)     Peter Zimmermann, „Die Familie von Kobrink im Oldenburgischen“ Oldenburger Familienkunde

(2)     C. Hoffmann, Beitrag in „Adel auf dem Lande“ Die Familie von Kobrink; C. Hoffmann, „Geschichte der Stadt Friesoythe“ S. 90,93

(3)     C.L. Niemann „Das Oldenburgische Münsterland“

(4)     Kirchspiel Altenoythe Einwohner-Register, Oldenburgische Gesellschaft für Familienkunde e.V.

Fortsetzung folgt

 

3. Dritter und letzter Teil: Ende der Kobrinks in Altenoythe, Erbfolge und Verkauf

 

Zusammenfassung des ersten und zweiten Teils: Die erste Erwähnung der Familie von Kobrink stammt aus dem Jahr 1322. Genannt wird ein Kobrinkscher Hof in Goldenstedt. In Altenoythe wird urkundlich zuerst Cord v. K. im Jahre 1445 erwähnt. In dieser Urkunde leiht er der Stadt Friesoythe 50 Goldgulden. Die Burg der v. K.s wurde zwischen 1439 und 1445 erbaut. Die Burgstelle befindet sich an der Grenze zwischen dem Duen- und dem Meyerhof neben Meyers Busch.

Besonders erfolgreich wirtschafteten Röttger (II) v.K. (*ca 1550 + um 1603) und sein Sohn Bernhard (* ca. 1600 + 30.4.1679). Sie hatten Besitzungen nicht nur im Cloppenburger Land sondern auch im Ems- und Ammerland und besaßen neben zwei Wohnhäusern in Oldenburg Ziegeleien und Wassermühlen in Bösel und Friesoythe.

Anna v. K. , die Gemahlin von Zyriakus von Fikensholt, lebte nach dem Tod ihres Gemahlen auf dem Hof bzw. der Burg in Altenoythe und wurde 1561 unter der weithin bekannten Grabplatte beerdigt. Der Bruder von Bernhard v. K., Caspar v. K. war evangelischer Domherr zu Lübeck.

Bernhard v.K. hatte im Jahre 1663 vor dem Chor einen neuen Grabkeller anlegen lassen. 1644 hatte er, obwohl evangelisch, zur Wiederherstellung einer Glocke für die Vituskirche beigetragen. 1654 stellte er einen Kirchenstuhl in der Kirche auf. 1675 ließ er für sich und seine Frau das eindrucksvolle Epitaph, das noch heute zu bewundern ist, aufstellen. B. v. K. starb am 30. April 1679 und wurde in der von ihm neu angelegten Gruft beigesetzt. Seine Frau Anna Judith geb. von Grothaus wurde zum Jahresende 1693/94 ebenfalls dort beigesetzt.

Da die Ehe kinderlos geblieben war, gelangte das Altenoyther Stammhaus der Familie v. K. 1699 an den Neffen von Bernhard v.K., den Sohn seines Bruders Otto auf Gut Daren bei Vechta/Bakum, nämlich an Otto Kaspar v. K. (*1681).

Obwohl die Ehe des Bernhard v.K. kinderlos war, scheint es doch illegitime Nachkommen gegeben zu haben. (( 1 ) Seite 226)) So brachte eine Berka oder Berta Bischoff lt. Altenoyther Taufregister einen Sohn zur Welt. Ferner gab es einen Cord Röttcher v. K. . Dieser war Soldat und wohnte später unter dem bürgerlichen Familiennamen Röttcher in Edewecht.

16.1  Portrait des Otto Kaspar v. Kobrink (1626 – 1695),  Sohn des Bruders von Bernhard v. K.

Otto Kaspar v. K. starb 1695 und wurde in Bakum beerdigt.

Der zweitälteste Sohn von Otto Kaspar v. K., nämlich Bernhard Kaspar v. K., erhielt Altenoythe und Fikensholt.

Bernhard Kaspar v. K. studierte ab 1684 (2) an der Universität Groningen. Er blieb unverheiratet.

Zwischen 1702 und April 1704 ist der Rittmeister Bernhard Kaspar v. K. erschossen worden ((1) Seite 234).

Nach dem Tod des Rittmeisters wurde das Gut verpachtet. Caspar Herbold v. Kobrink, dem bereits das Gut Daren gehörte, übernahm als Erbe von seinem Bruder nun auch das Gut Altenoythe.

Bei der Familie derer v. K. blieb das gesamte Gut (einschließlich Altenoythe) bis 1728, als   nämlich Caspar Herbold v.K., als Letzter des Namens von Kobrink und ältester Sohn des Otto Kaspar v.

K (*5. Februar 1662 + 9 Januar 1728) im Alter von 67 Jahren , verheiratet, ohne Kinder in Osnabrück, während er auf dem Landtag war, verstarb.

Caspar Herbold v.K. hatte 1629 als Leutnant in einem münsterschen Truppenteil in Ungarn gegen die Türken gekämpf (1). Gemäß seinem Testament wurde Otto von Schade, ein Sohn seiner

Schwester Mechthild Judith, sein Erbe.

Otto von Schade verheiratet mit Sybille Adelheide von Schade geb. von Landegge hatte eine einzige Tochter, nachdem ihnen zwei Söhne gestorben waren.

Diese Tochter Sophie Johanna Charlotte heiratete im April 1741 den Georg Wilhelm von Frydag zu Gödens aus Ostfriesland (geb. 19.01.1712 in Aurich).

Sie starb bei der Geburt eines ersten Kindes, das ebenfalls verstarb, am 15.03.1742.

Daher erbte Georg Wilhelm von Frydag ihre Güter einschließlich Gut Altenoythe.

Georg Wilhelm von Frydag heiratete ein zweites Mal, nämlich eine von Münchhausen zu Bodenwerder. (3)

16.2       Das Wappen der von Frydags.

Das Foto wurde in der Ahrensburg auf Ösel (Estland) aufgenommen. Ein Zweig der v. Frydags war mit dem Deutschen Orden dorthin gesiedelt. Foto: Theo Rohjans

Eine leibliche Verwandtschaft der Familien von Frydag und der Familie derer von K. besteht also nicht.

1766 wurde zunächst das Jagdhaus verkauft. Hierbei handelt es sich um die alte Burg selbst. Siehe dazu den Artikel „Neues von den Burgen und Gräften“ in diesem Heft.

1775 wurde der Ziegelhof in Bösel von Georg Wilhelm von Frydag für 1030 Taler an H. Preut, Thüle verkauft.

1782 wurde dann das restliche Gut mit allen Rechten zerstückelt und an H. Lücking verkauft, ausgenommen 18 ha Wiesengrund und die Einnahmen in Garrel, dem Garreler Zehnten, der mit

21000 Reichstaler Gold an die Eingesessenen abgelöst wurde.

Nach dem „Konkurs“ des H. Lücking ging der Hof an

-          den Amtmann Bartel

-          den Landgerichtsassessor Pancratz und

-          den Bürgermeister Wreesmann (damals wohnhaft Friesoythe, Lange Str. 4)

1795 wurde die Aumühle vom Sohn des Georg Wilhelm von Frydag, Heinrich Wilhelm von Frydag an den vorherigen Pächter Niehaus, genannt Aumüller für 2750 Taler verkauft.

1825 löste Heinrich Anton Josef Wreesmann seine beiden Mitkäufer ab und errichtete alsbald einen, von einem zwischen 1796 und der Markenteilung angelegten Wasserzug gespeisten, großzügigen Grabenanlage umgebenen, neuen Gutshof, der im Jahre 1945 bis auf einen Stall niederbrannte. Die 18 ha Wiesen, die Georg Wilhelm von Frydag behalten hatte, verkaufte Haro von Frydag 1926 an Louis Wreesmann. Haro von Frydag soll sich kurz darauf mit einer Pistole das Leben genommen haben.

16.3   Die Grundbucheintragung von 1926 im Grundbuch von Altenoythe

1830 wird Hermann Schumacher als Ankäufer bzw. Besitzer ((4) Seite 22 Mitte) des alten Haupthofes (heute Duen) als Besitzer der Burg genannt.

   

 

 

 

 

Theo Rohjans

(1)     „Adel auf dem Lande“ Beitrag von Dr. Christian Hoffmann Hsg.: Heike Düselder, Cloppenburg 2004

(2)     Oldenburgische Familienkunde, Peter Zimmermann 1991 Heft 1 S. 366

(3)     C. H. Nieberding „Geschichte des ehemaligen Niederstifts Münster“, Vechta 1841

(4)     Karl Willoh „Geschichte der Katholischen Pfarreinen im Herzogtum Oldenburg“, Vechta 1898 4. Band

Dez 072014

Die Gräfte

Die Gräfte

Im Standartwerk über das Oldenburger Münsterland von Dr. Carl Ludwig Niemann aus dem Jahr 1889 „Das Oldenburgische Münsterland in seiner geschichtlichen Entwicklung“ heißt es auf Seite 143: Die Altenoyther Burg „soll ursprünglich an dem Meierhofe gelegen haben, wurde dann später aber weiter östlich verlegt, dahin wo jetzt die Wreesmannsche Haus steht.“

Da der Hof Wreesmann aber eindeutig nördlich der alten Burg liegt, lag es nahe, auch mal die ehemalige Gräfte als möglichen „neuen“ Standort der Burg zu untersuchen.

Bis zur Einrichtung der Caritas-Kindertagesstätte im Jahre 1969 existierte die Gräfte noch. Vielen ist die Gräfte noch als als ideale “Schöwelstrecke“ in Erinnerung. Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre fehlte aber noch das Gefühl für erhaltenswerte Natur- und Baudenkmäler.

13.1                   13.2

Gemeinde Altenoythe Flur XIV 1838   OH Altenoythe Flur 14 1838       Die Gräfte

Kartenausschnitt Markenteilung 1823

13.3  So wurde damals die Gräfte zugeschüttet und auch der angrenzende „Spieker“ (das kleine Gebäude am Gräftenbogen) abgerissen.

Er hatte bis dahin als Versammlungs- und Aufenthaltsraum für Jugendliche gedient.

Nach Ansicht des Burgenexperten Dirk Zoller handelt es sich bei der Gräfte nicht um einen Burggraben, da die Ausführung des Grabens zu exakt rechteckig und für einen Burggraben

auch recht schmal geraten ist. Die Art des Grabens spräche da schon eher für den Teil eines Schanzgrabens. Eine Schanze ist aber in der Altenoyther Geschichte nirgends erwähnt auch

wenn ein solcher Schanzgraben im Zusammenhang mit der Schlacht von Altenoythe im 30-jährigen Krieg durchaus Sinn hätte machen können.

Einige Wahrscheinlichkeit spricht aber dafür, dass die Gräfte ganz einfach als Schutz des zum Pastorenhof gehörenden großen Pastorengartens gegen das freilaufende Vieh errichtet

wurde.(Siehe dazu auch  Beitrag  in dieser Homepage “Alt-Altenoythe” Karte Kirchhof; hier wird die Fläche als “Alter Weibergarten” bezeichnet.)

In früheren Zeiten wurden die Schweine im Herbst in die Eichenwälder getrieben, damit sie sich dort von den Eicheln ernähren konnten. Pastors Busch ist ja auch heute noch ein

Eichenwald.

Endgültige Sicherheit könnte man nur durch eine Grabung erhalten.

 

     Theo Rohjans

Jun 032014

Kobrincksche Hügel

Der Kobrinksche Hügel

1. Das Kreuz

2. Altenoythe und seine Einwohner

3. Hünengräber in Altenoythe

4. Gogerichtstätten in Altenoythe

5. Das Grab der Mansfelder

6. Ein prähistorischer fund am Kalvarienberg

7. Fotos vom Kobrinkschen Hügel im Vergleich

8. Der Zeitungsartikel von 1889

Bild (170)  Artikel bitte anklicken

 

 

NWZ vom 28. Juni 1985. Sonderseite zum Altenoyther Schützenfest.

1. Das Kreuz, die Mansfelder und eine Entdeckung

Kobrinksche Hügel

Kobrinksche Hügel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Kobrincksche Hügel, im Volksmund auch “Kalvarienberg”genannt, mit der großen alten Linde stellt den Hintergrund zu alten Sagen dar. Um die Jahrhundertwende wurden hier aber auch tatsächlich wissenschaftliche Funde gemacht.

Näheres zur Überlieferung , daß hier 150 “Mansfelder” Soldaten im einem Massengrab beerdigt liegen sollen siehe unter Seite “Geschichte.”

Berg1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Kobrincksche Kreuz lag im Jahre 1792 wie man sieht noch östlich der Straße.

 

Strickmann3

 

 

 

 

 

 

Strickmann_Forts.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Altenoythe und seine Einwohner

Am Wege von Friesoythe nach Altenoythe steht auf einem Hügel ein Kreuz, das von einer starken uralten Linde beschattet wird. Hier soll sich der “erste Altenoyther” niedergelassen haben. Auf der Suche nach einem Wohnplatz durchstreifte er die Wildnisse unseres Nordens, kam hierher und fand den Ort paradiesisch schön und schlug hier seinen Wohnsitz auf. So entstand Altenoythe.

Soweit die Sage – Wie in jeder Sage ist auch hierin ein Teil Wahrheit oder Überlieferung enthalten. So war Altenoythe – früher Oythe- in alter Zeit der Hauptort im Siedlungsraum, an dem sich die Einwohner des gesamten Gebietes auf einem “Thing-Platz” trafen, um zu beraten. Zur Zeit der Christianisierung wurden Kirchen bevorzugt an solchen Stellen erbaut, da sich die Menschen gewohntermaßen hier wieder treffen konnten

(Aus Dit un Dat Nr.2)

 

3. Hünengräber in Altenoythe

“Einst lebten in unserer Heimat vier Hünen. Einer in Altenoythe, einer bei der Ziegelei einer in Bösel bei den Hünensteinen und einer in Thüle. Die Vier hatten einen gemeinsamten Backofen, der bei der Hütte des Thüler Hünen stand. Über die Feuerung des Ofens kam es zu Zank und Streit. Beim Kampf wurde ein Hüne erschlagen.” Soweit die Sage.

Die Sage gibt vier Stellen an, an denen “Hünen” also Riesen wohnten. Nur von Hünen konnte man sich vorstellen, dass sie große und schwere Steine zu Hünengräbern aufschichten konnten. (Wahrscheinlich wurden jedoch von den Erbauern sogenannte Trägersteine mit dünnen Baumstämmen, wie mit Brechstangen an ihre Plätze gerollt, mit Sand aufgefüllt und über die Schräge auf die gleiche Art Decksteine geschoben.)

Bei den erwähnten drei Stellen außerhalb Altenoythes, handelt es sich um den Kronsberg, um die ehemalige Ziegelei Meyerkord und Vordersten Thüle. Von Heinrich Schulte in “Die Urpfarre Oythe” erfahren wir auch die genaue Lage der Hünengräber in Altenoythe:

“Urnen sind ebenfalls am Hügel mit der Linde links an der Straße Friesoythe- Edewecht in Flur XIV Parzelle 336/69 “Kobrinks Berg” genannt, nahe der Kirche in Altenoythe.

Theo Rohjans (Aus Dit un Dat Nr. 4, 1992)

 

4. Gogerichtsstätten in Altenoythe

Landwirtschaftrat Schulte berichtet 1936 in den Heimatblättern, einer Beilage zum Oldenburger Volksblatt, Vechta über “Alte Gerichtsplätze”. Diese Artikel sind in der Heimatbibliothek Vechta, deren Leitung Rektor a.d. Franz Hellbernd innehat, einzusehen.

Auf der Wörde

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schulte schreibt bereits 1932 über das Grundstück zwischen Elsen und Schlömer, auf dem sich heute unter anderen auch die Raiffeisen-Genossenschaft befindet :

“Der Flurname der Parzelle… heißt “up dei Wörde”. Dieser Platz liegt noch heute frei und kündet somit an, dass man dieses Grundstück aus gewissen Gründen nicht mit Gebäuden besetzten wollte. Da die Flurnamenforschung die “Wörden” vielfach als Gerichtsstätten aus der heidnischen Zeit ansieht, es wird dieser Platz somit ein alter Gerichtsplatz sein. “

Weiter schreibt Schulte zu dem Thema “In altsächsischer Zeit gehörte der Besitz… zum Lerigau. Das oberste Gericht des Lerigaus war das Gogericht auf dem Desum bei Emstek…. auch aus hiesiger Gegend deutet die Sage darauf hin, dass über Oythe den Totenweg entlang an Bösel vorbei in Richtung Alhorn der Weg geführt hat zum Desum und zur Hauptkultstätte in der Ahlhorner Heide. “

Nach “Nieberding Band III” musste Oythe (später Friesoythe) nach einer Urkunde von 1320 jährlich 12 Eimer Butter an das Gaugericht auf dem Desum entrichten. Die Gaue waren in Hundschafen eingeteilt. Laut Karl Willoh war Oythe so eine Hundschaft oder Hundertschaft. Schulte führt weiter aus : Der wichtigste Platz der Hundschaft war der Gerichts- oder Thingplatz. “Diese Gerichtsstätten auch Malstätten genannt, lagen in unmittelbarer Nähe des Hunos. (Mann an der Spitze der Hundschaft). Auf oder in der Nähe dieser Malstätte entstanden im Allgemeinen die ersten christlichen Kirchen. In der Mitte der Malstätte befand sich das Mal und zwar ursprünglich eine Eiche. Später fand sich auch statt einer Eiche eine Buche, Linde oder auch eine Birke vor. In den Bäumen wurde das Malkreuz eingeschlagen. Der Platz war mit Haselsträuchern oder Haseldornen umzäumt. Unstreitig ist Altenoythe als Sitz des Hundschaftsgerichts für einen großen Teil des hiesigen Bezirkes.”

Kreuz3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hieraus dürfte zu folgen sein, dass das alte Hundschafsgericht sich über dem Bezirk des späteren Kirchspiels erstreckt hat.

(Aus Dit un Dat Nr. 9)

 

 

5. Das Grab der Mansfelder

Am Samstag, den 24. Februar 1996 veröffentlichte Heinz Strickmann, Heimatforscher und „Chef vom Dienst“ bei der Münsterländischen Tageszeitung in der Wochenendbeilage „Bi us to Hus“ den Artikel „Wurde 1889 durch Zufall in Altenoythe Grab der getöteten Mansfelder entdeckt?“- Massengrab aus dem 30jährigen Krieg erinnert an „Weihnachtsschlacht.“ –

In diesem Artikel veröffentlichte Heinz Strickmann den ersten Teil eines am 20. September 1889 in der Vechtaer Zeitung (der Vorgängerzeitung der Oldenburgischen Volkszeitung) erschienen Artikels aus Altenoythe. Da mir nur der erste Teil vorlag, sandte mir Hubert Kreke, der heutige Chef vom Dienst der Münsterländischen Tageszeitung, auf meine Bitte den zweiten Teil vom Samstag, den 2. März 1996 zu.

Auf telefonische Anfrage bei Frau Christina Arkenau in der Redaktion der Oldenburgischen Volkszeitung in Vechta erhielt ich dann sogar eine Kopie (auf Micro-fitch) des Originalartikels vom 20. September 1889, der seinerzeit unter der Rubrik „Locales und Provinzielles“ erschienen war.

Leider konnten mir weder Frau Arkenau noch Herr Kreke etwas über den Verfasser des Artikels mitteilen. Auch über den im Artikel erwähnten „Nestor“, was in diesem Zusammenhang wohl so viel wie „anerkannter Fachmann und Förderer“ heißt, konnte man mir keinerlei Hinweise geben.

Es sei damals Ende des neunzehnten Jahrhunderts jedoch weitverbreitet und üblich gewesen, dass der Hauptlehrer des Ortes Mitteilungen an die Zeitungen schickte.

Seit 1880 war in Altenoythe Hauptlehrer Engelke im Amt. Im Amt als Pastor war seit 1879 Pastor Karl Niemöller, der gebürtig aus Vechta stammte. Vikar in Altenoythe war von 1885 bis 1892 der spätere Lohner Pastor und Heimatforscher ( „Dei Müse van Aite“) Dr. Ludwig Averdam. Averdam stammte ebenfalls aus Vechta vom Hof Stukenborg.

Er machte zahlreiche prähistorische Funde in Altenoythe (siehe Dit un Dat Heft Nr. 4 Seite 34) und ließ diese 1890 im naturhistorischen Museum Oldenburg katalogisieren.

Bemerkung: Der alte Weg von dem im Artikel die Rede ist, verlief nicht wie heute östlich (eschseitig) sondern westlich vom Kobrinkschen Hügel.

6. Ein prähistorischer Fund am Kalvarienberg

 

Heinrich Schulte berichtet in „ Die Urpfarre Oythe“ auf Seite 16 3. Absatz : „ Urnen sind ebenfalls am Hügel mit der Linde links an der Straße Friesoythe-Edewecht in Flur XIV Parzelle 336/69 Kobrinks Berg genannt, nahe der Kirche in Altenoythe gefunden (…worden).

Leider wird nichts über den Verbleib der Urnen gesagt.

Offensichtlich handelt es sich aber bei den Urnen um Funde aus einem bronzezeitlichen (1800-800 v. Chr.) Hügelgrab. Damit kommt dem Kobrinkschen Hügel auch eine außer- gewöhnliche prähistorische Bedeutung zu.

 

7. Fotos vom Kobrinkschen Hügel im Vergleich

Kreuz3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf diesem Foto aus dem Jahr 1932 aus der Beilage „Volkstum und Landschaft“ (siehe auch Dit un Dat Nr. 9 vom Dez. 1997) zur „Münsterländischen Tageszeitung“ ist der Corpus , der Mitte Juni diesen Jahres bei der Anlage einer Kopfsteinplasterung auf dem Kobrinkschen Hügel von Hermann Pundt und Werner Speckmann knapp unterhalb der Oberfläche gefunden wurde, zu sehen. Dieser Corpus ist z. Zt. in der Dreifaltigkeitskirche ausgestellt.

 

4.2

 

 

 

 

 

 

 

Nordwestzeitung vom 1. August 2013 . Foto R. Kramer.

 

 

4.5

 

 

 

 

 

 

 

Auch auf diesem Bild aus „Volkstum und Landschaft“ Nr. 41 vom September 1957 ist der „alte“ wiedergefundene Corpus an der dunklen Haartracht, dem Lendentuch mit dem Knoten an der rechten Seite und an der gesamten Köperhaltung zu erkennen. Das folgende Foto ist einem ganzseitigen Bericht (T. Rohjans) über den 30-jährigen Krieg in Altenoythe entnommen. Zu sehen ist der „helle“, unbemalte noch unbeschädigte Corpus wie er bis vor einigen Jahren auf dem Hügel vor der  Genossenschaft hing.

 

4.3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Foto aus dem Bericht vom 13. November 1993 aus der Münsterlandischen Tageszeitung (T. Rohjans)

Im Jahr 1957 hing hier noch die „alte“, jetzt wiedergefundene Christusfigur.

Theo Rohjans

8. Hier nun der Artikel „Ein rätselhafter Fund“ vom 20. September 1889 aus der Vechtaer Zeitung:

 

4.6

4.7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mrz 222014

Kriegerdenkmal

1. Das Kriegerdenkmal

2. Die Renovierung im Jahr 2000

 

1. Das Altenoyther Kriegerdenkmal

Anders als in den umliegenden Gemeinden, hat das Altenoyther Kriegerdenkmal die Form einer Kapelle und ist von einer parkähnlichen Anlage umgeben. Die beiden Eichenbäume neben dem Denkmal gehörten zu der “Eichenallee” die ehemals links und rechts der “Hauptstraße” standen und Ende der Sechziger Jahre gefällt wurden. Gepflanzt worden waren die Eichen Anfang des Jahrhunderts. Der Vater des langjährigen Altenoyther Küsters Josef Brand, selbst Küster, hatte sich als junger Mann einen Nebenverdienst gesucht.

Weiterlesen…

Mrz 222014

Alt-Altenoythe

1. Altenoythe : der Ortsteil Kirchhof auf alten Karten

2. Die Vikarie

3. Die ältesten Karten von Altenoythe und Umgebung

 

 

 

 

 

1. Ortsteil Kirchhof, alte Karten 

19

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karte Kirchhof aus “200 Jahre Pirgo, Chronik, 2014″ Seite 140 mit handschriftlichen Eintragungen teils vor 1931 teils nach 1970.

Bild (89)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild (77)

 

 

 

 

 

 

 

 

Schule, Kirchmauer, Gaststätte von Uchtrup

Das Foto wurde im April 1934 im “Volkstum und Landschaft” auf Seite 25 abgedruckt

Bild (171)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zeichnung mit ähnlichem Motiv wie Foto oben.

 

Bild (133)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gaststätte von Uchtrup

Münsterländische Tageszeitung Samstag, 2. März 1996, Heinz Strickmann Wochenendjournal “Bi us to Hus”

 

 

Bild (86)

 

 

 

 

 

 

 

 

Kirchweg heute Vitusstraße Doppelheuerhaus Duen

Kalender des H.V. Altenoythe 2007

Bild (135)

 

 

 

 

 

 

Foto bzw. Repro Deeken erschienen 1986 (vermtl. “Volkstum und Landschaft”)

Die gleichen Doppelheuerhäuser wie oben (Eichenbäume gefällt)

Bild (181)

 

 

 

 

 

 

Bild (182)

 

 

 

 

 

 

Aus Dit un Dat Nr. 5 1993. Aus einem Beitrag von Th. Rohjans

Bild (122)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heuershauser in Altenoythe      Foto Jos. Imsieke, Cloppenburg

Aus “Volkstum und Landschaft” Juni 1936  5.Folge

 

 

Bild (169)

 

 

 

 

 

 

 

 

NWZ vom 28. Juni 1985. Sonderseite zum Altenoyther Schützenfest.

Der “Alte Adam” Riege (-Wolfstange). Das Bild hing im Flur der Gaststätte Brand-Meyer.

 

Bild (87)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gastwirtschaft Kock Kirchweg heute Vitusstraße lt Kalender des Heimatverein von 1997 “um 1900″

Im Hintergrund Kirche, Durchgang durch Kirchenmauer sowie die Vorgänger-Gaststätte von Uchtrup

 

 

 

Bild (82)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Postkarte Caritas Bildungsstätte Luftbild W. Abraham, Bremen. 70er Jahre.

 

 

2. Die Vikarie

Bild (76)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein seltenes Foto der Vikarie. Im Vordergrund Jahrgang 1924/25.  Siehe Dit un Dat Nr.7 1995

Später wurde etwa an gleicher Stelle ein Wohnhaus für Kaplan Benning (heute Caritas) errichtet.

Die Vikarie  mit Stallgebäude (abgebrannt 14.4.1945)

Die Vikarie wurde lt. Grabseininschrift von der Wtw. Speckmann gestiftet

 

 

3. Die ältesten historischen Karten von Altenoythe und Umgebung

 

18.1.png

 

 

 

 

 

 

 

1645 Willem und Joan Bleau Monateriensis Episcopatus

18.2
Christian`s Grooten Weserraum 1573 Grafschaft Oldenburg und späteres Südoldenburg

 

 

18.3

 

 

 

 
Grafschaft Oldenburg 1584 Michaellis Laurentis

 

 

 

18.4

 

 

 
Niederstift Münster Schrot 1579

 

 

 

18.5

 

 

 

 

 

 

 

 

1616 Joan Gigas Episcopatus Monasteriensis

 

 

 

18.6

 

 

 

 
Herzogtum Oldenburg 1763 Johann Wilhelm Anton Hunrichs
Zusammengestellt von
Theo Rohjans

Mrz 222014

Altenoyther Burg und benachbarte Burgen

1. Die Kobrinksche Burg
2. Burg war eine “Motte”

3. Rekonstruktion der Burg

4. Mittelalterliche Wölbäcker

5. Noch eine Burg -  Burg Reinshaus

6. Besichtigung – Kobrinks Burg

7. Besichtigung – Burg Reinshaus

8. Besichtigung – Burg Ellerbrock

9. Wallanlage und Gräften auf dem Hof Lübbers, Eggershausen

10. Burgstelle Roter Vorder-Thüle

11. Anlage Gutshof Wreesmann

12. Die Burg derer von Smerten

13. Ausgrabung der Burg Specken

14. Kobrinksche Burg aus Mauerwerk – bewohnt vom “Jäger”

15. Burg derer von Smerten gefunden

16. Neues von der Altenoyther Burg – Die Ermordung des “Jägers”

 

 

 1. Die Burg
Der Meyerhof 1792

Der Meyerhof 1792

 

 

 

 

 

 

Kartenausschnitt 1988

Kartenausschnitt 1988

 

 

 

 

 

 

 

“Nachdem die feste Burg zu Oite von den verbündeten Kriegern 1393 erobert und diese unter Münsterscher Herrschaft eine friedlichere Bestimmung erhalten hatte, * wurde bald darauf in der Nähe derselben ein neuer herrschaftlicher Wohnsitz gegründet. Evert Cobrink (auch Kobrinck und Cobringk) stammte aus dem Hause Kobrink bei Westerstede. ( siehe dazu den Beitrag “Die Kobrinks” !)

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