Monthly Archives: Januar 2015

Jan 252015

Natur, Wild und Vogelwelt

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                                                          “Roberto”

 

 1. Schwarzes Reh

2. Langer Winter

3. Frühling zwischen Langemoor und Laheableiter

4. Nilgänse am “Grooten Schloot”

5. Marienkäferplage

6. Die Goldammer

7. Die Schwanzmeisen

8. Jungschwan auf der Lahe

9. Die Uferschnepfe

10. Ein Grünspecht hinterm Haus

11. Die Schafstelze

12 “Die Vögel des Glücks” überwintern in Altenoythe

13. Fuchsausgraben in Wolfstange in den fünfziger Jahren

14. Birkhahn, Korn- und Wiesenweihe im Altenoyther Schlatt. 1960

 

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Zur Vergößerung die Bilder 1 x mit der linken Maustaste anklicken

 

 

1. Schwarzes Reh

Ein Sprung Rehe hielt sich Mitte März auf der Weide südlich vom Langenmoorsdamm in der Nähe des Laheableiters auf.

Mit dabei eine schwarze junge Ricke.

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Schwarze Ricke am Langenmoorsdamm

Schwarzes Rehwild macht nur einen geringen Teil des gesamten Bestandes aus. In Niedersachsen, besonders in moorigen und sumpfigen Gegenden, ist es häufiger anzutreffen als im Süden Deutschlands, wo es fast so selten ist wie weiße Tiere (Albinos und Teilalbinos). Albinos und Teilalbinos sind Farbvarianten, die ihre Ursache in einer spontanen Veränderung der Erbsubstanz d. h. einer Mutation haben.

In sumpfigen und moorigen Gegenden ist diese Mutation„ schwarz“ als Tarnung von Vorteil. Während bei echten Albinos der Farbstoff in Haaren, Schalen, Gehörn und selbst in den Augen fehlt und deshalb diese weißgelblich bzw. weiß sind und die Augen rot erscheinen, sind bei den schwarzen Tieren – auch Schwärzlinge oder Melaniten genannt- alle diese Teile schwarz.

Theo Rohjans   (Dit un Dat 2012)

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Jährling im Bast. Barmweg, Pirgo Februar 2015

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Junge Ricke, neben Meinsens Wald Barmweg

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“Schiebender” älterer Bock, Barmweg Februar 2015 

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Sprung Rehe, Februar 2015

Schwarzer Schwan

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Dieser schwarze Schwan befand sich am Rand einer größeren Gruppe Singschwäne am Weg neben dem Hof Witte am Röbkendamm. Foto Ende Februar 2015.

 2. Langer Winter

Durch den langen Winter war die Natur in diesem Jahr um etliche Wochen „verspätet“.

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Foto: Th. Rohjans

Ein junger Buntspecht kurz vor dem „flügge werden“ wartet vergebens auf die gewohnte Ration Futter und wird von den „Alten“ mit viel Gezeter aus der Höhle gelockt. Die Aufnahme vom 14. Juni 2013 wurde beim Apfelbaum direkt neben der  Hauseinfahrt gemacht.

Theo Rohjans  (Dit un Dat 2013)

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“Ausgewachsener” Buntspecht, Winterfütterung an der Ulme

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Grünspecht im Kirschbaum

 

3. Frühjahr zwischen Langemoor und Laheableiter

 

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Fischreiher (Graureiher) setzt zur Landung am Laheableiter östlich der Altenoyther Straße an.

 

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Singschwäne östlich von Riege- Wolfstange. Im Hintergrund das Lahe-Wehr und der Tattenberg.

 

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Kraniche am Laheableiter westlich der Altenoyther Straße.
Theo Rohjans (Dit un Dat  Nr 24, 2012)

 

 

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Singschwäne im Altenoyther Feld

 

 

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Singschwäne  im Altenoyther Feld

 

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Kraniche in Atenoythe-Edewechterdamm am Genossenschaftsweg

sonntag 10. März 023

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kraniche am Laheableiter

 

sonntag 10. März 027

 

 

 

 

 

 

 

 

Kraniche am Laheableiter

 

 

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Kraniche am Dustmehr

 

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Fischreiher (Graureiher) in Edewechterdamm am Laheableiter

 

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Großer Brachvogel Straße “In den Rehen”

 

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Singschwäne am Langenmoorsdamm

 

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Stockenten am Dustmeer

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Graugänse am Dustmeer

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Ziehende Graugänse über unserem Haus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kraniche am Dustmeer

Katze Steine Mond 001

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachbars Katze auf der Lauer

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sonntag 10. März 006

 

 

 

 

 

 

 

Rotkehlchen 19.12. 004 Rotkehlchen 20.02.11 008

 

Rotkehlchen02 015                               Rotkehlchen18.12. 046

Rotkehlchen

 

 

      Blaumeise 20.02.11 004 Blaumeise 20.02.11 040                                                                                                                                                      Blaumeise18.12. 042

Blaumeisen

Buchfink 013       

     Buchfink Weibchenl31.12 002 Buchfinkl31.12 026

 

 

 

Buchfinken

Buntspecht05 230       Buntspecht31.12 061

Buntspecht

Feldsperling 003

 

 

 

 

 

 

Feldsperling

Gartenbaumläufer 20.02.11 001           Gartenbaumläufer31.12 089

Gartenbaumläufer31.12 097

 

 

 

 

 

 

Gartenbaumläufer

Goldammer9.12. 002          Goldammer1 034

Goldammerl31.12 019         Goldammern in Massenl 19.12. 013

Goldammern

Grünfink 25.01.11 066        Grünfink 20.02.11 023

Grünfink31.12 093

 

 

 

 

 

 

Grünfinken

Kleiber01 010         Kleiber01 027

Kleiber-Männchen 05 223

 

 

 

 

 

 

Kleiber

Kohlmeise 20.02.11 045       Kohlmeise l25.01.11 049

Kohlmeise06 005

 

 

 

 

 

 

Kohlmeisen

Rabenkrähe06 008       Rabenkrähel31.12 020

Rabenkrähe

Ringeltaube 001       Ringeltaube31.12 040

Ringeltaube

Türkentaube 004      Türketaube11.1.11 023

Türkentaube

Wanderfalke11.1.11 043

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wanderfalke

Schwanzmeise25.01.11 051     Schwanzmeisel 19.12. 033

Schwanzmeise 25.01.11 052      Schwanzmeisen 19.12. 019

 

 

 

Schwanzmeisen

Schafstelzen 004

 

 

 

 

 

 

Schafstelze

Sumpfmeise 25.01.11 073      Sumpfmeise 25.01.11 075

Sumpfmeise18.12. 101      Sumpfmeise18.12. 102

Sumpfmeisen

 

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Buntspecht im Garten

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Bachstelze im Garten

 

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Grünspecht im Garten

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Rotschwanz (Männchen) im Garten, Zugvogel, Anfang Mai 2015

 

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Feldhase am Kündelweg

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Bisamratte an der Laheableiterbrücke vor Ahrensdorf

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Bisamrattennest (Winterbau) im Dustmeer

 

4. Nilgänse am “Grooten Schloot”

Ende Januar habe ich zwischen Lahe und Laheableiter (Grooten Schloot) ein Nilgans-Paar entdeckt.
Einige Monate später im Mai habe ich das Entenpaar dann ein zweites Mal, diesmal dann nicht weit entfernt davon auf der Lahe gesehen.
Bei Nilgänsen handelt es sich nämlich, anders als der Name vermuten lässt, nicht um Gänse sondern um Enten. Die schönen Tiere sind ursprünglich in Nordafrika, besonders in Ägypten, beheimatet.

 

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 Im zweiten Bild trocknet die Ente ihr Gefieder in der Sonne, auf den anderen beiden Bildern ist der Erpel zu sehen.

Nilgänse wurden bereits vor über 200 Jahren in England ausgesetzt und haben sich dort in freier Natur fleißig vermehrt.
1969 wurden Nilgänse auch in Holland ausgewildert und haben sich dann über den Niederrhein,- möglicherweise durch den Klimawandel begünstigt-, auch in Norddeutschland angesiedelt, so dass sie mittlerweile vereinzelt auch bei uns anzutreffen sind.
Erpel und Ente besitzen beide ein sehr schönes, buntes Gefieder. Nilgänse sind eine der größten und schwersten wildlebenden Entenarten überhaupt.
Sie geben im Flug ein für Enten ungewöhnliches „krk, krk“
von sich.
Wenn man die Nilgänse im Flug sieht, könnte man denken, einen völlig anderen Vogel zu sehen.
Von unten im Flug sind dann nur der dunkle Rumpf und die weißen Flügel zu erkennen, so dass man an einen rein schwarz-weißen Vogel denkt.
Spätestens im nächsten Jahr werden wir sehen, ob die Enten heimisch geworden sind und ob sie sich womöglich vermehrt haben.

Theo Rohjans (Dit un Dat 2008)

 

5. Marienkäferplage

Ende Juli berichteten die Zeitungen von einer Marienkäferplage an Nord- und Ostsee.
Durch ablandigen Wind wurden die Marienkäfer, die sich diesem Jahr stark vermehrt hatten, in riesigen Mengen bis an die Strände geweht. Einzig positiv sei, dass es sich um den europäischen Marienkäfer handelte und die Plage in ein bis zwei Tagen vorüber sei.
Offensichtlich seien die einheimischen Marienkäfer noch nicht überall von den asiatischen Marienkäfern verdrängt worden. Die asiatischen Marienkäfer, ursprünglich in Japan und China beheimatet, waren in den USA als natürlicher Feind der Blattlaus künstlich verbreitet worden und dann von dort auch zu uns gelangt

 

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Die Nahaufnahmen der Marienkäfer wurden mit einer einfachen Medion Kamerea von Aldi gemacht

 

Der asiatische Marienkäfer ist farblich blasser und hat statt sieben bis zu neunzehn schwarze Punkte auf dem Rücken. Fluguntüchtig, wie manchmal zu lesen war, ist er nicht.
Nicht nur an Nord- und Ostsee sondern auch in unseren Gärten nahm der Marienkäfer in diesem Jahr überhand. Während an Nord- und Ostsee aber vom europäischen Marienkäfer die Rede war, hatten wir es hier mit seinem asiatischen Vetter zu tun.
Der einheimische Marienkäfer wird von Gärtnern und Gartenfreunden als nützlich und allgemein als Glücksbringer angesehen. Auf den Fotos ist unschwer zu erkennen, warum der asiatische Marienkäfer nicht sehr beliebt ist. Die Fotos habe ich Mitte August gemacht, als die Plage ja angeblich längst vorbei sein sollte.
Der Käfer macht sich mit Vorliebe über reifes Obst wie z.B. Brombeeren und Mirabellen her. Es bleibt abzuwarten, welche Art Marienkäfer die Oberhand gewinnt. Aber dadurch, dass der asiatische Marienkäfer die größere Auswahl an Fressmöglichkeiten hat, scheint diese Frage wohl schon beantwortet.
So können Eingriffe in die Natur ungeahnte Folgen haben.

Theo Rohjans  (Dit un Dat Nr.21,  2009)

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6. Die Goldammer

Anfang August habe ich im Altenoyther Feld am Almerickenweg dieses auf einem Eichenpfahl sitzende junge Goldammer-Männchen fotografiert.
Goldammern singen oft noch an warmen Tagen im Hochsommer, z.B. auf Pfählen oder Buschspitzen sitzend. Zu dieser Zeit sind die anderen Singvögel längst verstummt.
Der Gesang hört sich an wie „ zizi zizi zih,“ woraus als Eselsbrücke ein „wie, wie hab ich dich lieb“ gemacht wird.

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Die Goldammer ist in den letzten Jahrzehnten infolge der intensiven Landwirtschaft seltener geworden.
Dreschplätze, die früher beliebte Aufenthaltsorte der Goldammer im Winter waren, sind heutzutage so gut wie verschwunden.
Die Goldammer bewohnt offenes Gelände mit Hecken, Büschen und Bäumen, Waldränder und Waldlichtungen. Teilweise bleibt die Goldammer als sogenannter „Teilzieher“ in warmen Wintern bei uns und zieht nicht in ihr Winterquartier, das sich bis in den Mittelmeerraum erstreckt.
Bleibt zu hoffen, dass dieser schöne Vogel nicht weiter zurückgedrängt wird.

Theo Rohjans (Dit un Dat Nr.21, 2009)

 

7. Schwanzmeisen

Der letzte Winter war ungewöhnlich hart und kalt. Von Weihnachten bis Ende März lag fast ununterbrochen Schnee.
So war es nicht verwunderlich, dass auch sonst seltene Gäste die Winterfütterung am Futterhäuschen annahmen.
Die Schwanzmeise zieht außerhalb der Brutzeit in kleinen „Trupps“ übers Land. So ein Trupp hielt sich auch einige Tage an der Futterstelle auf unserer Terrasse auf.
Ihren Namen verdankt die Schwanzmeise dem langen Schwanz, mit dessen Hilfe sie an den äußeren Enden von Zweigen gut balancieren kann. Hier findet sie ihre Nahrung, die hauptsächlich aus Insekten, Blattläusen und deren Eier und Larven besteht.
In Notzeiten verschmäht sie aber, wie man sieht, auch Meisenknödel nicht.

 

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Bei unserer Schwanzmeise mit dem hellgrauen ungezeichneten Kopf handelt es sich um die nordische Unterart „caudatus“

Nachts versammelt sich der Trupp dicht gedrängt auf einem „Schlafzweig“, wobei der Ranghöchste, wie könnte es anders sein, in der warmen Mitte sitzt. Gelegentlich bilden die Schwanzmeisen dabei auch eine Kugel, mit nach außen gerichteten Schwanzenden.
Schwanzmeisen besiedeln vor allem lichte Wälder, Waldränder und Parks mit viel Strauchwerk, wo sie ihr oben geschlossenes eiförmiges Nest aus Moos, Pflanzenwolle und Federn bauen.
Das Gelege besteht in der Regel aus 8-12 am Ende etwas zugespitzten, leicht gesprenkelten Eiern.
Interessanterweise werden die bis zu 12 geschlüpften Jungmeisen von einer ganzen Schar von bis zu acht, mit dem Männchen verwandten Meisen gefüttert
Eine ausgewachsene Schwanzmeise wiegt nur sieben bis zehn Gramm.
Gespannt kann man sein, ob auch in diesem Winter wieder ein Trupp vorbeischaut, denn auch dieses Jahr wird von den Experten wieder ein harter Winter vorausgesagt.

Theo Rohjans (Dit un Dat Nr.22,  2010)

 

8. Jungschwan auf der Lahe

Dieser zutrauliche junge Höckerschwan hatte offensichtlich den Anschluss an seine Artgenossen auf der Rückreise Richtung Norden verloren.

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Das Foto entstand am 2. Januar 2011 an der Lahebrücke in Wolfstange.

Theo Rohjans (Dit un Dat Nr. 22, 2011)

 

9. Die Uferschnepfe
Das Foto der Uferschnepfe im Winterkleid (Schlichtkleid) wurde Ende März am Langenmoorsdamm am Laheableiter gemacht. Die Uferschnepfe ist in Deutschland ein seltener Brutvogel. Sein Verbreitungsgebiet ist in Deutschland auf den Küstenstreifen und das norddeutsche Tiefland begrenzt. Im Flug ist die Uferschnepfe an ihren weißen Flügelstreifen und ihren weißen Schwanzfedern mit dem schwarzen Rand zu erkennen. Sie hält sich am liebsten an Flussläufen, auf Feuchtwiesen, in Moor- und Überschwemmungsgebieten oder im Wattenmeer auf. Als Zugvogel verbringt die Uferschnepfe den Winter in Südeuropa und Afrika. In Island ist nachgewiesen worden, dass die Paare zeitgleich zurückkommen, obwohl die Partner hunderte Kilometer voneinander entfernt überwinterten.

 

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Foto: Th. Rohjans
Die Uferschnepfe erreicht eine Flügelspannweite von 75 cm. Uferschnepfen brüten in kleinen Gruppen von 2-20 Paaren. Im Verbund können sie sich besser gegen Greifvögel wehren. Die Uferschnepfe kann bis zu 18 Jahre alt werden.
                                                                                            Theo Rohjans  (Dit un Dat Nr. 26, 2014)

 

 

 

10. Ein Grünspecht hinterm Haus.

Der Grünspecht ist der seltenere Verwandte des Buntspechts. Er ernährt im Gegensatz zum Buntspecht, der durch sein Trommeln
mit dem Schnabel an morschen Bäumen und Ästen Käferlarven usw. hervorholt, überwiegend von Ameisen.
Er hält sich gern in Parks und Grünflächen am Erdboden auf und traut sich, wie man hier sieht, sogar an Wohnhäuser heran.

 

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Foto: Theo Rohjans
Der Grünspecht ist leicht an seinem olivgrünen Gefieder zu erkennen. Männchen wie Weibchen haben eine rote „Haube“. Das Männchen ist an seinem roten „ Bartstreifen“, das vom Auge bis zum Halsgefieder reicht, zu erkennen.

Theo Rohjans

 

11. Die Schafstelze

 

Wer zu Fuß über den Esch geht , wird sie vielleicht schon einmal beobachtet haben: die Schafstelze . Sie fliegt gelegentlich in wippendem Flug am Wegrand eine kurze Strecke vor dem Wanderer oder Radfahrer her.
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Die Schafstelze in einer Maisreihe auf dem hohen Esch und in einer Eberesche am Ende der Straße „In den Rehen“
Die Schafstelze fällt wegen ihrer knallgelben Unterseite auf und ist ansonsten der Bachstelze, ihrer etwas größeren Verwandten, sehr ähnlich, hat aber einen etwas kürzeren Schwanz als diese.
Sie hält sich gerne auf Feldern und – wie der Name schon sagt – in der Nähe von Weidevieh auf.

Theo Rohjans

 

12. „Vögel des Glücks“ überwintern in Altenoythe

 

Während man in den vergangenen Jahren, wie auch in diesem Jahr, schon mal Singschwäne bei der Rast auf ihrem Flug Richtung Süden beobachten konnte (siehe auch Heft Nr.15 Seite 45) so überwinterte der seltene Kranich, auch „Vogel des Glücks“ genannt, in diesem Winter in Altenoythe.

Ein Zug von 30 Kranichen hielt sich dank der ungewöhnlich milden Witterung an verschiedenen Stellen in Altenoythe in den Rehen, am Röbkendamm , in den Allmericken, in der Nähe der Lahe und im Kündel auf.

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Kraniche und Zwergschwäne am Röbkendamm in der Nähe des Hofes Witte
Kraniche sind reine Pflanzenfresser, also keine Fischräuber(!) und können daher bei schneefreien Wiesen und Äckern, besonders aber auf abgeernteten Maisfeldern, bei milder Witterung genügend Körner und sonstige Nahrung finden.

Leicht sind die Kraniche nicht zu fotografieren.
Sie sind scheu und halten sich wegen ihres flachen und schwerfälligen Abfluges immer einige hundert Meter vom nächsten Waldrand, von Straßen, Bäumen und Baumreihen entfernt auf.
Wir hoffen, dass die gefiederten Gäste zumindest als Durchreisende in diesem Winter wieder in Altenoythe zu Besuch erscheinen.

Theo Rohjans (Dit un Dat 2007)

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2012 – ein Steinpilzjahr

13. Fuchsausgraben in den fünfziger Jahren

 

 

 

 

 

 

 

 

14. Birkhahn, Korn-und Wiesenweihe im Altenoyther Schlatt. 1960

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Lokale Tageszeitung (MT od. NWZ), 5. oder 6. Juli 1960

 

Jan 252015

Schulchronik Hohefeld von Lehrer Böckmann

 

Die Schulchronik von Lehrer Böckmann

Anfang des Jahres fand ich bei der Durchsicht alter Unterlagen meiner Mutter,
die selbst lange Jahre als Hauptlehrerin an der Schule in Hohefeld tätig war, die sechzehn Seiten umfassende, in (deutscher) Sütterlinschrift verfasste Schulchronik von Haupt-
schullehrer Josef Böckmann.
Josef Böckmann wurde am 24.01.1899 in Ehrendorf, Gemeinde Lohne geboren.
Er besuchte von 1913 bis 1917 das Lehrerseminar in Vechta.
Die Prüfung bestand er nach Ende des ersten Weltkrieges im Jahre 1919.
Im Jahre 1924 übernahm er die Hauptlehrerstelle in Hohefeld.
Zuvor war er als Lehrer in Benstrup, Ellerbrock und Bakum tätig gewesen.
Böckmann starb am 16. Juli 1935 bei einem Motorradunfall.
Die Chronik endet mitten im Satz und wird in dem gleichen Heft von Lehrer Lammers weitergeführt.
Der Text wurde wortwörtlich in Rechtschreibung, Groß- und Kleinschreibung, Abkürzungen Punkt- und Kommasetzung usw. übernommen.

Theo Rohjans
Die Schulchronik der Schule in Hohefeld
aufgestellt von  Lehrer Böckmann
im Mai 1932
Die Schule in Hohefeld

Die Überlastung der zweiklassigen Schule in Altenoythe und weite Schulwege der Kinder von Pirgo und Wolfstange (bis zu 1 Stunde) mögen die Veranlassung zum Bau der heutigen einklassigen Schule gewesen sein. Die Bauerschaft Hohefeld kam als Bauort in Frage, weil er der Mittelpunkt von dem neu gegründeten Schulbezirk war. Zur Schulacht gehörten Hohefeld, Wolfstange, Pirgo, Cavens und ein Teil von Kämpe. Der Wasserlauf von der Cavens bei Voßberg vorbei über die Straße nach Cloppenburg weiter ins Altenoyther-Feld bildeten die Grenze.
Am 7. Mai 1911 wurde der Betrieb in der heutigen Schule eröffnet, nachdem man den Bau des Klassenzimmers und der Dienstwohnung im Sommer 1910 zum größten Teil beendet hatte. Die Kinderzahl betrug gleich am 1. Tage 60.
Herr Moisset, bis dahin Lehrer an der Unterklasse in Altenoythe wurde zum Hauptlehrer der Schule in Hohefeld ernannt. Er war hier mit einigen Unterbrechungen während der Kriegszeit tätig bis zum Herbst 1924. Vertreter in der Kriegszeit waren Herr Lehrer Kallage, jetzt Steinfeld, Fräulein Hilferich, Oldenburg und Fräulein Ostendorf, jetzt Frau Rohe, Angelbeck. Während einer Krankheit des Hauptlehrers verwaltete Kollege Nienaber, jetzt Delmenhorst, die Stelle.
Außerdem hatte Hauptlehrer Brörmann Altenoythe, jetzt AD in Lohne in den Kriegsjahren für längere Zeit den Unterricht mit übernommen.
Leider war beim Bau der Schule ein großer Fehler unterlaufen. Entweder hätte die Schule als einklassige Schule zwischen Pirgo und Wolfstange errichtet werden müssen mit der Schulacht Pirgo und Wolfstange oder an der jetzigen Stelle gleich als zweiklassige. Die Kinderzahl stieg gleich in den ersten Jahren bis zu 100. Zur Entlastung der Schule wurden die Kinder aus den Kämpen nach Altenoythe umgeschult und in Altenoythe die 3. Klasse eingerichtet. Aber das brachte für die hiesige Schule keine fühlbare Entlastung. Die Kinderzahl hielt sich immer noch zwischen 80 und 90. Nach vieler Mühe wurde dann endlich der Bau einer zweiten Klasse beschlossen. Das ganze Material wurde unentgeltlich von der Schulacht angefahren. Soeben sollte der Bau beginnen, da traf der Schule ein harter Schlag: Beamtenabbau und damit Stellenabbau. Das Katholische Oberschulkollegium erließ sofort eine Verfügung, daß der Bau einzustellen sei. Die schulfreundliche Gemeinde hatte in wenigen Tagen den Bauplatz rein.
Das Material war verkauft, es gab ja Millionen im Jahre 1923. Die Kinder von Cavens wurden auch nach Altenoythe umgeschult, noch blieben 67 Kinder in Hohefeld. Zu spät kam die Einsicht beim Oberschulkollegium. Zwar wurde die Verfügung zur Einstellung des Baus zurückgenommen, aber die Gemeinde war nicht wieder zu bewegen.
Im Herbst 1924 wurde Hauptlehrer Mosisset zum Hauptlehrer der Schule in Friesoythe ernannt. Sein Nachfolger wurde Hauptlehrer Böckmann.
Bei meinem Antritt fand ich eine überfüllte Klasse, 67 Kinder, die Zahl stieg dazu von Jahr zu Jahr, eine leere Kalkgrube und Steinbrocken von dem vor Jahresfrist angefahrenen Steinmaterial. Dazu gab Herr Rehling vom Oberschulkollegium mir den ehrenwerten Auftrag: Bauen Sie bald die zweite Klasse! Die Kinderzahl war bald auf 70 gestiegen. Alles war für die Einrichtung der zweiten Klasse, nur nicht der Pastor, der Gemeindevorsteher und der Gemeinderat. Wie nun? Mit dem Pastor und dem Gemeindevorsteher musste man sich schon abfinden, aber der Gemeinderat musste ein anderes Gesicht haben. Die nächste neue Gemeinderatswahl sollte es bringen. Zwar war es nicht leicht, doch es glückte. Von 9 zu wählen Mitgliedern hatte die Schulacht Hohefeld allein 6. Damit war der Bau der Klasse gesichert. Einstimmig konnte so gar beschlossen werden, das war im Januar 1931. Die Zeichnung war bereits im Juli 1930 eingereicht. Jetzt wurden Steine gekauft. Und wieder erlebten wir das seltsame Schauspiel. In 14 Tagen schafften die Schulacht zum zweiten Male unentgeltlich 40 000 an Ort und Stelle. Kies wurde nun ebenfalls unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Kalk wurde auch von der Schulacht herbeigeschafft und gelöscht. Der größte Gegner der Schule war jetzt Herr Amtshauptmann Theilen, Friesoythe.
Sparen war seine Parole. Nach seiner Ansicht genügten die von der Regierung bewilligten 30% nicht zum bauen. Eine neue Eingabe ging zur Regierung. Und endlich, 50 % wurden bewilligt, der Bau wurde ausgeschrieben. Eben sollte er vergeben werden, da schlug 1932 das System Brüning alles wieder entzwei. So war alle Hoffnung wieder umsonst. Zwar war Ostern 1931 die zweite Lehrkraft erschienen, aber ihr Unterrichtsraum fehlte. Mit verkürztem Unterricht, die Oberklasse vormittags, die Unterklasse nachmittags musste gearbeitet werden. Von Ostern 1931 bis zum Herbst desselben Jahres unterrichtete an der Unterklasse Fräulein Hackmann, jetzt Bösel, dann wurde Lehrer Löwe Nachfolger bis zum
(Hier brachen mitten im Satz die Aufzeichnungen des Hauptlehrers Böckmann ab. Der Tod riß letzteren plötzlich mitten aus seiner Arbeit. Fortsetzung durch G. Lammers.)
Herbst des Jahrs 1933. Herr Löwe wohnte in Friesoythe und fuhr nachmittags zum Unterrichte mit dem Rade nach hier.
Im Herbst des Jahres 1933 wurde Lehrer Löwe von hier nach Garrel versetzt, wo er bald darauf heiratete. Von Einswarden nach Hohefeld versetzt, wurde ich Löwes Nachfolger.
Der neue Gemeindevorsteher Liborius Schmidt aus Bösel und der Gemeinderat gingen gemeinsam ans Werk. Mein Hauptlehrer aber war der Mann, der mit nimmer ermüdender Kraft die Sache immer wieder vorwärts trieb. Im Herbst 1934 wurde endlich der Bau vergeben. Die Maurerarbeiten erhielt Wilf. Macke, Friesoythe, der auch an der Musterschule in Neu-Arenburg mitgearbeitet hatte. Die Zimmerarbeit führte Brinkmann, Bösel, die Dachdeckerei Kühen, Friesoythe. Die Tischlerarbeiten führte Aug. Cloppenburg, Altenoythe aus, die Klempnerarbeiten Runde, Bösel und die Malerei Pankratz, Friesoythe. Gleich am nächsten Morgen nach der Vergebung der Arbeiten waren die Maurer hier, schlugen den steinernen Giebel ein und mauerten das Fundament. Nun musste notgedrungen die Arbeit weiter, da sonst Regen und Schnee beim alten Schulgebäude zu großem Schaden angerichtet hätten.
Der Bauplatz war bereits vor 3 Jahren zurechtgemacht worden, und seit der Zeit standen auch die Steine hier und saß der Kalk in der Grube. Bei der feierlichen Grundsteinlegung wurde eine von Hauptl. Böckmann verfasste Urkunde am Eingang zur Nebenlehrerwohnung ins Mauerwerk versenkt. Die Urkunde schildert die aus derselben Feder in dieses Buch eingetragene Geschichte der Schule. In 14 Tagen war das Mauerwerk hoch. Als der Rohbau fertig war, kam Herr Staatsminister Pauly im Beisein der Herren Oberbaurat Westschläger, Amtshauptmann Münzebrock, Schulrat Dr. Kohnen, Kreisleiter Meyer, Gemeindevorsteher Schmidt und Fraktionsführer Mecking zur Besichtigung nach hier. Der Herr Minister war im allgemeinen mit der Bauausführung einverstanden, rügte nur einige Kleinigkeiten am Mauerwerk. Von hier aus fuhren die Herren weiter zur Schuleinweihung in Thüle.
Auf eigene Verantwortung ließen wir vom langen Schulflur das Lehrmittelzimmer abtrennen und dort wie auch im neuen Klassenzimmer einen Wandschrank versehen.
So mussten wir wohl oder übel zu zwei neuen Schränken kommen, die wir sonst höchstwahrscheinlich nicht bekommen hätten.
Schulrat Dr. Kohnen hatte im Januar 1934 alle kathol. Kollegen des alten Amtes Friesoythe zu einer Besichtigung der Neu-Arenburger Schule eingeladen. Dort kam man zu der Erkenntnis, dass in eine moderne Schule nicht mehr Bänke sondern Tische und Stühle gehören. So wurden auch für Hohefeld Tische und Stühle vorgesehen. Die Tische lieferte die Firma Kamp, Bochum, Stühle der Drechsler Pankratz, Friesoythe. Ostern 1935 wurde die neue Klasse bezogen. Die Kinder der Bauernschaften Cavens und Kämpe wurden nach Hohefeld überwiesen.
Sehr entgegenkommend war der nunmehr Bürgermeister gewordene Gemeindevorsteher Schmidt bei der Einrichtung der Wohnung für den zweiten Lehrer. Die Möbel lieferte Peter Wegmann, Altenoythe. Eine derartig gute Junggesellenwohnung wie hier ist augenblicklich hier in der ganzen Umgebung nicht zu finden. Als Mitte Mai 1935 die Möbel eintrafen, waren zufällig vier jungen Kollegen aus der Nachbarschaft bei mir zu Besuch, dass dieselben tatkräfig mit anfassen und wir die neue Bude feierlich und gründlich auf ihre „ Brauchbarkeit“ untersuchten ist wohl selbstverständlich. Die Miete wurde auf 12 RM pro Monat festgesetzt.
Es kamen die Sommerferien. Ich zog mit dem Jungvolk ins Zeltlager nach Visbek. Am Dienstag, dem 16. Juli um 15 Uhr wurde ich plötzlich recht stürmisch ans Telefon gerufen. Fast wäre ich zusammengesunken, als mir mitgeteilt wurde: Vor einer Stunde ist der Hauptlehrer Josef Böckmann in Friesoythe tödlich mit dem Motorrade gestürzt. Sofort fuhr ein Kamerad mich mit dem Auto des Jungbannführers zur Unglücksstätte bei der Amtsrichterwohnung in Friesoythe.
Schreckliche Blutspuren waren zu sehen. Mit der rechten Fußroste und dem Lenker hatte Hauptl. Böckmann in voller Fahrt einen Mast der elektr. Leitung gerammt und war nach Aussage des einzigen Augenzeugen (Gärtner Wreesmann) sich mehrmals überschlagend über zehn Meter weit hingeschleudert. Dr. Heiß und Vikar Hörstmann waren in einigen Mitnuten zur Stelle. Als die letzten Pulsschläge zuckten, konnte ihm der Geistliche in höchster Eile noch die hl. Ölung spenden. Kalt und bleich lag die Leiche des teuren Toten im Leichenhause, als ich nachmittags nun etwa 7 Uhr ihn wiedersah. An zwei Stellen klaffte eine entsetzliche Wunde im Schädel. Langsam sickerte noch das Blut aus dem Munde. Es ist nicht zu beschreiben, wie entsetzlich dieser Schlag auf alle, die Böckmann gekannt, besonders aber auf seine arme Frau gewirkt hat. Herzzerreißende Bilder des Jammers habe ich in diesen Tagen gesehen.
Am Mittwochabend wurde die Leiche im Leichenhause aufgebahrt, und am folgenden Morgen ging ich nach der hl. Messe mit den Kindern unserer Schule zur Leiche unseres lieben Lehrers und Freundes. Ich glaube, es war kein Auge trocken, als wir ihm zum letzten Male ins Antlitz schauten. Still und tief erschüttert gingen wir wieder nach Hause, nun ergreifend wahr des Heilandes Wort verstehend: “Seid bereit, denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde!“

Hier enden die Aufzeichnungen der Lehrer Böckmann und Lammers.

Übertragen von

Theo Rohjans

Jan 242015

Altenoythe – Die Bedeutung des Ortsnamens

1. Die Bedeutung des Ortsnamens Altenoythe

2. Zeitungsartikel von 1985 zu dem Thema

 

 

1. Die Bedeutung des Ortsnamens Altenoythe
Am 20. Oktober letzten Jahres hielt Professor Jürgen Udolf, Leipzig, im Radio auf „NDR 1 Niedersachsen“ einen Vortrag, in dem er die Bedeutung des Namens Altenoythe bzw.Friesoythe erklärte.
Bei Karl Willoh in „Geschichte der Katholischen Pfarreien im Herzogtum Oldenburg“ heißt es „Ursprünglich lesen wir oidi (1014), oita (1238), oite, Oyte. Später nach Entstehen der Burg und Stadt Friesoythe Oldenoythe.“
1402/03 wird unser Ort erstmals mit dem Zusatz Olden –geführt. Bis ins 16. Jahrhundert war aber der Name Oythe noch für beide „Ortsteile“ gebräuchlich.
1644 heißt es auf der Umschrift der neugegossenen Glocke „Kobrinck auff Oldenoyta.“
Professor Udolf führte in seinem Vortrag „oythe“ auf das Mittelhochdeutsche ouwe, o(i)e, o, oge mit der Bedeutung als „Land am Wasser, kleine Insel“ (wie in Langeoog) mit dem altsächsischen Wortanhang “iti“ zurück. Nach seiner Meinung trifft diese Erklärung auch für die anderen Orte gleichen Namens wie Oythe bei Vechta und Oyten bei Bremen zu.
Die Erklärung erscheint aber nicht einleuchtend, da wir uns weder am Wasser noch auf einer Insel befinden!
Eine sumpfige bzw. moorige Umgebung trifft aber für viele Orte hierzulande zu und wäre kein besonderes Merkmal, um einen Ort zu bezeichnen.
Das hervorstechende Merkmal unseres Ortes dagegen war und ist auch heute noch, wegen seiner ungewöhnlichen Höhe und Ausdehnung, der „hohe Esch.“
Ein Blick in ein althochdeutsches Wörterbuch (Köbler, Gerhard Althochdeutsches Wörterbuch) führt da weiter:
(h)o(h)ida = Höhe, Anhöhe
Es ist also anzunehmen, dass der schon in prähistorischer Zeit besiedelte Esch (“Heidenfriedhof”) für die Namensgebung unseres Ortes verantwortlich ist.
Theo Rohjans  (Dit un Dat Nr. 25, 2013)

2. Ortsnamen nach Landwirtschaftsrat H. Schulte

Bild (125)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus “Volkstum und Landschaft” Nr.37   13. Februar 1985

Jan 242015

Gemischtes

1. Internethinweis für Interessierte

2. Eine römische Münze aus Altenoythe

3. Fossilien an der Talsperre

4. Windmühlen

5. Bockwindmühlen im Dutzend

6. Eine Erkennungsmarke gefunden

7. Der Förstertrick

8. Die Wochentagsberechnung

9. 2007 -  Ein Maikäferjahr

10. Ein Grapenfuß aus Ton

11. Ein Grapenfuß aus Eisen

12. Nissenhütte – Ein historisches Zeitzeugnis

13. Seltener Schrank im Städtischen Museum in Oldenburg

14. Der Spieker – fast schon vergessen

15. Die Klappbrücke in Edewechterdamm

16. Mond im Frühjahr über Altenoythe

17. Granathüse gefunden

18. Der 40000 Jahre alte Faustkeil von Neulorup

19.  Der Münzfund von Thüle

20. Die Burgfrau

21. Gruß aus Altenoythe

22. Waldschlösschen

23. Naturdenkmal “Fünf Findlinge”

24. Ein alter Befestigungswall

25. Eine Begebenheit Anfang der 30er Jahre

26. Die Elektrizitätsgesellschaft Altenoythe

27. Altenoyther Beinamen

28. Absturz der V1 im Kündelmoor

29. Das Grabmal der Mühlernbesitzerin Speckmann

30. DJK – Altenoythe; der erste Fußballverein in Altenoythe

31. Bernd Duen -  Ein Deutscher Meister aus Altenoythe

32. Die  Siedlung  Lüchtenborg

 

 

1. Internet-Hinweis für Interessierte

 

1222

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausgrabung einer Kirchenwarf in Großenmeer

 

Die Homepage www.archaeologieag-oldenburg.de zeigt schöne Bilder (Schaltfläche Fotos 06) der Arbeitsgemeinschaft Archäologische Denkmalpflege
Oldenburg.

Teilnehmer der Lehrgrabung in Großemeer (s.o.) waren zeitweise bis zu sechs Freiwillige aus Altenoythe.

 

 

 

2. Die römische Münze aus Altenoythe

Der Bezirksarchäologe a. D. und Vorsitzende des Arbeitskreises archäologischer Denkmalschutz der Oldenburgischen Landschaft Dr. Jörg Eckert schreibt in seinem Beitrag zur Friesoyther Stadtgeschichte, die in diesem Jahr erschienen ist:
„ Eine … römische Münze aus der Zeit des Kaisers Konstantin I., geprägt zwischen 313/316 (n. Christus; Anm. d. Red.) wurde unter unbekannten Fundumständen in Altenoythe gefunden.“

1000

 

 

 

 

 

 

Die Abbildung zeigt eine ähnliche Münze aus Benstrup, die ebenfalls unter unbekannten Fundumständen gefunden wurde.

Auf der Vorderseite ist eine Büste des Kaisers Constantin I. mit Lorbeerkranz zu sehen, auf der Rückseite der Sonnengott Sol mit erhobenem Arm. Es handelt sich um eine sogenannte „Follis“ aus Bronze.
Sie wurde in Trier geprägt. Anfangs wurden die „Follis“ noch mit Silber überzogen. Unter Kaiser Constantin wurden sie verkleinert und enthielten kein Silber mehr. Auch die alten Römer hatten schon mit Inflation und Währungsreform Bekanntschaft gemacht. Nach Altenoythe kam die Münze vermutlich durch den Handel. So befand sich zum Beispiel nahe dem heutigen Elsfleth am Zusammenfluss von Hunte und Weser über Jahrhunderte eine Handelsstation der Römer.
Möglicherweise hat die Münze aber auch ein germanischer Legionär in römischen Diensten mitgebracht.

Über die Fundumstände der Münze ist nichts bekannt. Falls jemand doch noch etwas über diesen Fund weiß, möchte er dies bitte der Redaktion von Dit un Dat mitteilen.
Theo Rohjans   (Dit un Dat Nr. 21, 2009)

 

3. Versteinerungen an der Talsperre

Vor einiger Zeit fanden wir bei einem Spaziergang nördlich der Thülsfelder Talsperre im Thüler Forst verschiedene Versteinerungen.
Offensichtlich waren auf den Forst- und Wanderwegen in der Nähe der ehemaligen Gaststätte Büter Ausbesserungen an Schlaglöchern und ausgefahrenen Stellen mit Schotter vorgenommen worden.

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Im Schiefergestein sind Blätter von Farnpflanzen zu erkennen.
Eine Nachfrage beim zuständigen Revierförster in Augustendorf Onno Striowski ergab, dass sein Vorgänger Klaus Hoffmann diese Arbeiten hatte ausführen lassen.
Herr Hoffmann teilte nun mit, dass der Schotter von der Firma Schlangen, Spahnharrenstätte geliefert worden war, die diesen wiederum aus Abraumhalden aus dem Bergbau bei Ibbenbüren bezogen hatte.
So gelangten über 2 Millionen Jahre alte Versteinerungen an die Talsperre.

Theo Rohjans

4. Windmühlen

Altenoyther Mühle 1935 V+L Nr. 122 001

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bockwindmühle Altenoythe Sandstede 1935

Bild (130)

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild (257)

Bild (258)

Dit un Dat Nr. 6. 1994

 

 

Beitrag von Lehrer Harry Hamschmidt aus Volkstum und Landschaft Januar 1952 Nummer 14.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kokerwindmühle Schrand in Altenoythe-Hohefeld Ausschnitt aus Postkarte Broermann 1959

Bild (173)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus Dit un Dat 1989 , Nr. 1 . Beitrag von Fritz Kreyenschmidt : Schrandt´s Buckmöhlen

Bild (193)

 

 

 

 

 

 

 

 

Zeichnung T. Rohjans

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5. Bockwindmühlen im Dutzend

Auf den Prospekten der Ostseeinsel Aland ist eine schöne Bockwindmühle aus dem dortigen Heimatmuseum abgebildet.
Sie ist unserer Altenoyther Kokerwindmühle, die im Museumsdorf in Cloppenburg steht,
im Prinzip sehr ähnlich.

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Kommt man nun auf die Insel, entdeckt man unweigerlich schnell die erste Mühle und man nimmt Stacheldrahtklettereien und Läufe über Bullenweiden in Kauf, um ein Foto von dem seltenen Stück zu machen. Spätestens nach der dritten oder vierten Klettertour und „Hofbesichtigung“ wird man dann schlauer.
Auf Aland gibt es die Windmühlen noch im Dutzend!
Denn anders als bei uns gab es dort kein von „Oben“ erteiltes Müllerrecht mit der Pflicht zur Abführung der Getreidesteuer.
Daher besaßen die meisten Höfe auf Aland ihre eigene Mühle, die offensichtlich auch noch lange in Gebrauch waren.
Während bei Bockwindmühlen die gesamte, auf dem Bock befindliche Mühle bewegt wird, wird bei der Altenoyther Kokerwindmühle nur der obere Teil, der sogenannte Köcher oder Koker bewegt.
Daher der Name Kokerwindmühle.
Auf Aland gibt es außerdem noch ca. 10.000 bronzezeitliche Hügelgräber. Zu erreichen über Stacheldrahtzäune und Bullenweiden….

Theo Rohjans  (Dit un Dat Nr. 21, 2009)

Bild (174)

 

 

 

 

 

 

6. Erkennungsmarke gefunden
Beim Aufräumen einer alten Holz-Werkzeugkiste fand ich zufällig diese Erkennungsmarke.
Beschriftung: 37/92/2 DV 79

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Wann und wie die Marke aus Zinkblech in die Werkzeugkiste gekommen ist, konnte ich nicht mehr feststellen.
Ich vermute, dass sie beim Haus gefunden worden ist und nach dem Motto „Gleiches zu Gleichem“ irgendwann in der Werkzugkiste bei anderen Metallteilen und Blechstücken gelandet ist.
Eine Anfrage bei der zuständigen Dienststelle WaSt (früher: Wehrmachts-Auskunftsstelle, heute kurz: „Deutsche Dienststelle“) in Berlin Eichborndamm 179 ergab, dass es sich um den unteren Teil der Erkennungsmarke eines Mannes aus dem sogenannten Volkssturm (DV) mit der persönlichen Kennzahl 79 handelt.
Die Erkennungsmarke wurde von der 2. Kompanie des 92. Bataillons im Gau 37
(= Weser-Ems) ausgegeben.
Der Name konnte von der WaSt nicht festgestellt werden, da es sich nicht um einen Wehrmachtsangehörigen handelte.
Nach Auskunft des Leiters Staatsarchivs in Oldenburg Professor Dr. Gerd Steinwascher wurden alle Listen der NSDAP in Oldenburg (Gau Weser-Ems) kurz vor Kriegsende vernichtet.
Möglicherweise handelt es sich ja um die Erkennungsmarke des „älteren“ Gefreiten
geb. 9.10 1893 gef. 11.04 1945, der auf unserm Friedhof direkt an der Friedhofsmauer beerdigt liegt.

Theo Rohjans (Dit un Dat 2008)

 

7. Der Förstertrick

Vor Jahren rief mich ein Bekannter aus dem Heimatverein an. Er fragte mich, ob ich wüsste, wie hoch der Kirchturm der Vituskirche wäre. Als ich entgegnete, dass ich das auch nur schätzen könnte, gab er mir den Tipp mit dem Försterstab:
Man stellt sich mit einem Stab mit ausgestrecktem Arm direkt vor den Baum (oder was man sonst vermessen will). Dann geht man rückwärts bis Stabspitze und Baumspitze in einer Linie liegen.
Die „im Rückwärtsgang“ zurückgelegten Meter entsprechen der Höhe (A) des Baumes.

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Die Höhe des Stabes (a) verhält sich zum Augenabstand (a) wie die Baumhöhe (A) zum Baumabstand (A)

Der Trick besteht darin, dass das Längenverhältnis Auge – Faust (a) und Faust – Stabende (a) 1:1 beträgt und das Verhältnis bei größerer Entfernung gleich bleibt.
Bei einem Erwachsenen ist der Abstand (a) Auge – Faust und damit auch die Höhe des Stabes etwa siebzig Zentimeter.
Förstertrick oder auch „Holzfällertrick“ wird die Methode genannt, weil es für Holzfäller natürlich extrem wichtig ist, wohin und wie weit der Baum mit seiner Spitze oder Krone fällt.
Am Kirchturm habe ich damals nur 23 Meter abgeschritten.
Um genau zu sein, muss man noch die Augenhöhe (1.70m) und den Abstand von Kirchenaußenwand zur Mitte des Kirchturms (3.30m) dazu addieren. Danach hat der Kirchturm (ohne Kreuz und Wetterhahn) eine Höhe von 28 Metern.

Theo Rohjans (Dit un Dat Nr.22, 2010)

 

 

8. Wochentagsberechnung

Ein bekanntes Altenoyther Original verblüffte gerne damit, dass er in kurzer Zeit aus dem Geburtdatum den Wochentag errechnen konnte.
Wie wir sehen werden, war das eine ganz schön umständliche Rechnerei – auch wenn sich der Rechenweg mit der Zeit natürlich einprägt.
Der Trick dabei ist das sogenannte Resterechnen.
Will man z.B. den Wochentag ermitteln, auf den der 23.07.1942 – der Geburtstag meiner Schwester – fiel, so muss man folgendermaßen vorgehen:
Man nimmt die Tagesziffer, also die 23, teilt die Zahl durch 7 und merkt sich den Rest also die 2. – Die Merkzahlen werden am Ende zusammengezählt.-
Als nächstes muss man sich Monatsziffern merken, wobei für Januar die 0, Februar die 3, März die 3, April die 6, Mai die 1, Juni die 4, Juli die 6, August die 2, September die 5, Oktober die 0, November die 3 und Dezember die 5 steht.
In unserem Fall müssen wir uns also für Juli die 6 merken.
Dann nimmt man die Jahreszahl (ohne die Jahrhunderte) in unserem Fall also die 42 und addiert dazu das (Ganzzahl-) Ergebnis der Teilung der Zahl durch 4 in unserem Fall also 10.
Diese Zahl (52) teilt man durch 7 und merkt sich wieder den Rest; also die 3.
Nun gibt es noch die Jahrhundertziffer.
Für alle Jahrhunderte, die mit 19 beginnen, merkt man sich die 0 und für alle Jahrhunderte, die mit 20 beginnen die 6.
In unserem Fall müssen wir uns also die 0 merken.
Für alle Tage, die in einem Schaltjahr liegen (das sind alle Jahre, die durch 4 teilbar sind – mit Ausnahme der „Hunderter“ wie 1900 oder 2000) und dabei im Januar oder Februar liegen, muss eine 1 abgezogen werden.
Da 1942 kein Schaltjahr war und der Tag im Juli also nicht im Januar oder Februar liegt, brauchen wir das nicht zu machen.
Als Ergebnis unserer Merkzahlen erhalten wir 2+6+3 +0 = 11.
Diese Zahl wieder durch 7 teilen und den Rest ermitteln. Der Rest ist 4.
Für die Wochentage gelten jetzt folgende Zahlen: Sonntag gleich 0, Montag gleich 1, Dienstag gleich 2, Mittwoch gleich 3, Donnerstag gleich 4, Freitag gleich 5 und Samstag gleich 6.
Demnach war der 23.07.1942 ein Donnerstag!
Jetzt muss ich nur noch bei meiner Schwester anrufen und fragen, ob das auch stimmt.

Theo Rohjans

 

 

9. 2007 – Ein Maikäferjahr
Das Jahr 2007 war wieder ein so genanntes „Maikäferjahr“.
Nur etwa alle vier Jahre schlüpfen die Engerlinge des Maikäfers. In der Zwischenzeit sind sie mit Fressen und Wachsen beschäftigt.

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In diesem Jahr profitierten die Maikäfer von der extrem milden Frühjahrswitterung und schlüpften bereits Ende April – auch wenn es zu dem von der Bildzeitung vorhergesagten Sahara-Sommer nicht gekommen ist.
Der Maikäfer, der bis zu 2,5 cm groß wird, schlüpft aus dem Versteck im Erdboden, sobald die Lufttemperatur über 20 Grad erreicht.
Die Käfer fliegen dann gegen Abend Buchen oder Eichen an. Sie ernähren sich von deren Blättern.
Manchmal werden sie auch – wie in unserem Fall- vom Licht der Gartenterrasse angelockt.

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Alle dreißig bis 40 Jahre kommt es bedingt durch Epidemien bei den Krankheitserregern der Maikäfer zu einer Maikäferplage.
Schon bei Wilhelm Busch hatte Onkel Fritze unter den Maikäfern zu leiden

                                                     

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     Theo Rohjans (Dit un Dat 2007)

 

10. Ein Grapenfuß aus Ton
Ende Mai entdeckte ich in meinem Garten beim Umpflanzen von Himbeersträuchern und Ablegern in Spatentiefe den Fuß eines Ton–Grapens.

 

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Grapen aus Ton 12.-13. Jahrhundert Rheinland
(mit flachem Fuß)

Grapen sind dreifüßige, kugelförmige Töpfe, die im Mittelalter direkt ins Feuer gestellt wurden und aus Metall oder Ton gefertigt wurden.
Der Herd kam erst im 16. Jahrhundert auf.

 

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Auf der diesjährigen Exkursion der Oldenburgischen Landschaft zeigte ich dem Bezirksarchäologen a.D. Dr. Eckert das kleine Fundstück. Dr. Eckert datierte es in das 15. Jahrhundert.
Auf alten Karten wird unser Grundstück aber als Ackerfläche des Pastors ausgewiesen.
Möglicherweise ist das Fundstück nun ein Beleg dafür, dass es hier vor dem Brand von 1479, bei dem 50 Häuser in Altenoythe abgebrannt sind, schon eine Bebauung gab…oder aber das Fundstück ist ganz einfach vom Misthaufen des Pastors auf seinen Acker und damit in meinem Garten gelandet.

Theo Rohjans (Dit un Dat Nr. 22, 2010)

 

 

11. Ein Grapenfuß aus Eisen
Am 25. Februar rief mich der Diplom-Gärtner Antonius Bösterling an und bat mich darum, auf dem Gelände eines Baumarkts, das gerade abgeschoben wurde, eine „Begehung“ vorzunehmen.
Er habe sich bereits vergeblich an den Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde Dipl.- Ing. Andreas Wegmann, an Ferdinand Cloppenburg, Johann Wimberg und Frau Dr. Fries von der Denkmalschutzbehörde in Oldenburg gewandt.
Nach seinen Erkenntnissen habe gerade dort auf diesem Gelände im dreißigjährigen Krieg die Schlacht von Altenoythe stattgefunden.
Ich erklärte Herrn Bösterling, dass gerade dieser Platz für mich nicht gerade ideal für Erkundungsspaziergänge wäre….
Außerdem vermutete ich fast, dass es Herrn Bösterling ( Landschaftspfleger a.D. des Kreises Cloppenburg und Gartengestalter der Parkanlagen der Gräfin Bernadotte auf der Insel Mainau) möglicherweise mehr um die verbaute Aussicht auf den Altenoyther Esch und den Naturschutz als um den Denkmalschutz ging.
Nichtsdestotrotz sagte ich Herrn Bösterling eine einmalige kurze Begehung für den gleichen Tag zu.
An diesem Abend fand ich dann in kürzester Zeit neben einigen Bombensplittern und sogenanntem Ackerschrott wie Schrauben und Splinten auch den unten abgebildeten unter zentimeterdickem Rost verborgenen Grapenfuß.

 

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Metall-Grapen sind seit dem 12. Jahrhundert in Gebrauch. Sie wurden einfach ins offene Feuer gestellt. Die Kugelform verhinderte ein Anbrennen des Inhalts.

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Mittelalterlicher Metall-Grapen
Weitere Untersuchungen vor Ort wollte und konnte ich nicht vornehmen, auch weil abends die abgeschobenen Flächen immer bereits verfüllt waren.
Der Burgenforscher Dipl.-Ing. Dirk Zoller, der Sohn von Dr. Dieter Zoller, der als Bezirksarchäologe u.a. die Ausgrabungen in der Vituskirche geleitet hatte, datierte den Grapenfuß auf das 17. Jahrhundert.
Spuren der von Herrn Bösterling vermuteten Schlacht von Altenoythe habe ich also nicht gefunden. Nicht auszuschließen ist aber, dass dort Truppen der Katholischen Liga gelagert haben, wobei dann der Grapenfuß verloren gegangen ist.

Theo Rohjans (Dit un Dat Nr. 22, 2010)

 

 12. Ein historisches Zeitzeugnis
Ein historisch wertvolles Zeitzeugnis befindet sich an der Straße Riege-Wolfstange im Garten der Familie Lücking-Molenda. Es handelt sich um eine sogenannte „Nissenhütte“.

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„Nissenhütte“ ist ursprünglich die Bezeichnung für eine im Ersten Weltkrieg für die Britische Armee von dem Kanadischen Ingenieur Peter N. Nissen entwickelte Wellblechhütte in Fertigbauweise mit halbrundem Dach und 40 qm Grundfäche. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden für die große Zahl an Flüchtlingen und Ausgebombten in der britischen und amerikanischen Zone in Deutschland Nissenhüttenlager am Rande der Siedlungen errichtet. Einzelne Nissenhütten sind noch in Husum erhalten und wurden sogar noch bis ins Jahr 2012 bewohnt. Eine Ausstellung über das Leben in den ersten Nachkriegsjahren zeigt die originalgetreue Einrichtung einer Nissenhütte einer ostpreußischen Flüchtlingsfamilie im Freilichtmusieum „ Am Kiekeberg“ bei Hamburg.

 

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Eine weitere restaurierte Nissenhütte ist im ehemaligen Grenzdurchgangslager Friedland zu sehen. Dort waren nach 1945 Nissenhütten die Erstausstattung zur Unterbringung von Flüchtlingen aus den ehemaligen Ostgebieten.
Theo Rohjans (Dit un Dat Nr. 25, 2013)

 

 13. Altenoyther Schrank im Städtischen Museum in Oldenburg
Im Städtischen Museum in Oldenburg am Staugraben (mit gleichem Eingang wie das Horst Janssen Museum) befindet sich ein alter Eichenschrank aus Altenoythe. Es handelt sich um eine sogenannte „Richtebank“, auch „Tellerschapp“ genannt.

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Der Schrank befindet sich im Raum Nr. 17, der nach ihrer Farbgebung so genannten „Roten Halle“. In diesem Raum wurde im Jahre 1910 das Museum, damals noch als Privatmuseum des Theodor Francken, eröffnet.
Das einstige Küchenmöbel ist überreich mit Inschriften versehen[ IESVS-MARIA-JOSEP. JAN HINRERICH MEIHER ANNO 1701 AUS ALTENEVTE I(M) S(EPT)EMBER]

 

 

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Die Inschrift gibt als Besitzer Jan Hinderich Meiher (Meyer) an
Die Türfüllungen sind mit Schnitzornamenten aus dekorativen Blütenstengeln mit Nelken und Tulpenblüten geschmückt.
Diese einzigartigen Verzierungen sind in der Zeit zwischen 1700 bis 1790 durchgehend nur in der (tatsächlich so genannten) Kulturregion Friesoythe – Altenoythe vertreten. Besonders wertvoll sind auch die eingebrachten holländischen und chinesischen Gebrauchsgegenstände, Teller und Platten aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
Ein Besuch lohnt sich.
Theo Rohjans (Dit un Dat Nr. 25, 2013)

 

 

14. Dies und das – fast schon vergessen

 

Ansichtskarte Altenoythe(2)

Dit un Dat 2014 Nr. 16

Von der Karl-Borromäus-Bücherei Altenoythe erhielten wir den folgenden Zeitungsausschnitt von Lehrer Pille aus dem Jahre 1959:

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(Zum Verdeutlichen Text bitte anklicken)

 

 

15. Die Klappbrücke in Edewechterdamm
Um die Jahrhundertwende stand in Edewechterdamm, dort wo jetzt die Brücke über den Küstenkanal führt, eine Klappbrücke.
Der Küstenkanal, damals noch Hunte–Ems–Kanal genannt, führte von Oldenburg bis Kampe und von dort in Richtung Nordwesten. Dieses letztgenannte Teilstück wird heute als Elisabethfehnkanal bezeichntet.
Der Hunte–Ems-Kanal wurde 1893 fertiggestellt und ab 1922 verbreitert, ausgebaut und von Kampe bis Dörpen verlängert.

 

 

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In der Broschüre zum Münsterlandtag 1973 in Altenoythe ist auf Seite 12 im Kapitel „Verkehrsverhältnisse“ die Klappbrücke im Jahre 1905 und ihr Nachfolgerin, die bis heute bestehende Stahlträgerbrücke, im Jahre 1973 zu sehen.

 

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Die Klappbrücke aufgenommen von der Kanalseite. Aufnahme abfotografiert in der „Gläsernen Bäckerei“ Lohmann Edewecht.

 

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Darunter zum Vergleich ein Foto aus heutiger Zeit (15.9.2014). Im Hintergrund ist die ehemalige Gaststätte Duhme/Warnke (heute eine Wohneinrichtung) zu sehen.
Theo Rohjans (Dit un Dat Nr.26, 2014)

16. Mond über Altenoythe

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Vollmond in Altenoythe im Frühjahr Foto T. Rohjans

17. Amerikanische Granathülse gefunden

Bild (55)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dit un Dat 1998. Foto Rohjans

Zum deutlicheren Lesen Text bitte 1x mit “Linksmaus” anklicken!

 

18. 40000 Jahre alt – der Fauskeil bvon Neulorup

Bild (56)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dit un dat 1998. Foto T. Rohjans

 

19. Der Münzschatz von Thüle und Pestruper Grabbeigaben

Bild (57)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dit un dat 1998.: Foto T. Rohjans

Bitte mit “Linksmaus” anklicken um Text lesbar zu machen!

 

20. Die Burgfrau

Bild (80)                  Bild (85)

 

 

 

 

 

 

 

Linkes Foto vom 27. April 1940.

Wohnhaus der Handarbeitslehrerin  Speckmann´s Grete auch Burgfrau genannt.

 

21. Gruß aus Altenoythe

Bild (81)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Postkarte H.B. Schepers, Friesoythe 1975

 

22. Waldschlösschen

Bild (88)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Gaststätte Waldschlösschen Kirchstraße jetzt Vitusstraße

Zum Lesbarmachen den  Artikel mit Linksmaus anklicken

 

23. Naturdenkmal “Fünf Findlinge”

Bild (92)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dit un Dat Nr. 7 (1995)

Bild (116)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto aus “Volkstum und Landschaft” Nr. 21 Mai 1953

 

Das Naturdenkmal ist zwischenzeitlich verschwunden.

Es ziert den Garten eines Hohefelder Nebenerwerbsbauern als Wasserfall.

 

23. Ein alter Befestigungswall auf Wolfstange

Bild (98) 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bild (99)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dit un Dat Nr. 7 aus dem Jahr 1995

25. Begebenheit Anfang der 30er Jahre

 

 

 

 

 

 

Münsterländische Tageszeitung vom 4.4. 2014

26. Die Elektrizitätsgesellschaft Altenoythe

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Aus Dit un Dat Nr. 3 , 1991

27. Altenoyther Beinamen

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Aus Dit un dat Nr.2 , 1990

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Dit  un Dat Nr. 3, 1991

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Von Hermann Rohjans. Aufgeschrieben von Theo Rohjans Dit un dat Nr. 5 1993

28. Der Absturz einer V1 im Kündelmoor

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Aus Dit un Dat Nr. 9 und Nr. 10 1997/98

29. Das Grabmal der Mühlenbesitzerin Speckmann

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Interessanter Artikel aus der MT vom 10. Juni 2009.

Die Straßenbezeichnung “Bockmühlenweg” bezieht sich allerdings auf  die

Kokerwindmühle (jetzt im Museumsdorf), die in der Nähe dieser Straße stand.

Allgemein “Schrand´s Buckmöhlen” genannt.

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Dit un Dat Nr. 6 1994

 30. DJK-Altenoythe, der erste Altenoyther Fußballverein,

 Vorläufer des SV-Altenoythe 

Zum Vergrößern bitte mit Linksmaus anklicken

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Aus Dit un Dat Nr. 6 1994

31. Bernd Duen – ein Deutscher Meister aus Altenoythe

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Aus Dit un Dat Nr.14  2002

 

32. Die Siedlung Lüchtenborg

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Aus Dit un dat Nr.14 Jahrgang 2002

von dem Lehrer und Mitbegründer des Caritasvereins Altenoythe, Josef Möller, Barßel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jan 142015

Traditionelle Basteleien

 1. So baut man eine “Dohne” für den Krammetsvogelfang

2. So baut man einen “Flipps”

3. So baut man eine “Fleitepiepen”

4. So baut man eine “Maipiepen”

5. So baut man eine “Knallebüchse”

6. Wäp-Wäp

 

 

 

1. So baut man eine Dohne – Der Krammetsvogelfang
Als Kind habe ich beim Herumstöbern auf dem Dachboden ein großes Bündel morscher und wurmstichiger „Holzbögen“ gefunden.
Interessiert schleppte ich das von Holzmehl staubende Bündel bei meinem Vater an.
Er erklärte mir, dass es sich dabei um so genannte Dohnen handelte, mit denen er in der so genannten “verrückten Zeit“ , in der Zeit des Tauschhandels nach dem Krieg also, „Krammetsvögel“ gefangen hatte.
Mit einem „Sack voll“ Krammetsvögel hatte er in Cloppenburg auf dem Amt bzw. nach Dienstschluss sein Motorrad wieder „frei“ bekommen.-

Weil ich nun schon mal Interesse gezeigt hatte und für den Fall, dass „mal wieder schlechte Zeiten kommen“ zeigte er mir, wie man so eine Dohne herstellt.
Man nimmt dazu einen dünnen Ast vom Haselstrauch, besser noch einen Weidenast . Zur Not ist auch ein Tannenzweig geeignet.

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   A                                                                                           B
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Der Ast wir sorgfältig gebogen und mit einer Kerbe an beiden Seiten angespitzt.
Die Spitzte am dünneren Ende wird in einen kleinen Spalt, den man mit einem scharfen Kartoffelmesser herstellt, in den Bogen hineingesteckt. In zwei seitlichen Spalten werden dann zwei Schlingen aus Pferdehaar eingeklemmt und mit einem einfachen Knoten gegen Herausziehen gesichert.
In einem weiteren Spalt wird dann unten ein Büschel Vogelbeeren eingeklemmt.
Das andere Ende wird dann draußen auf die gleiche Weise an einem Ast oder an einer Hecke befestigt.-
Krammetsvogel nannte man früher die Wacholderdrossel, die, früher als reiner Zugvogel, nur Wintergast bei uns war und aus dem kalten Norden oder Nordosten kommend, sich zu Tausenden im Spätherbst auf den Weg in den Süden machte.
Die Wachholderdrossel hat etwa die Größe einer Amsel.
Heute hat die Wacholderdrossel ihr Verbreitungsgebiet weiter nach Süden und Westen ausgedehnt, so dass sie jetzt bei uns auch im Sommer anzutreffen ist.
Im Herbst sammeln sie sich aber wie zu alten Zeiten z.B. in den Rehen , am Langen Moor und am Lahe-Ableiter (siehe Foto).

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Die Wacholderdrossel hält sich mit Vorliebe auf Wiesen und Weiden an Waldrändern , Bäumen, Büschen und Hecken auf und ernährt sich im Herbst und Winter vor allem von Beeren und Obst.
Das Fangen von Krammetsvögeln war auch schon früher nur mit besonderer Lizenz erlaubt; in Südoldenburg aber weit verbreitet.
Heute ist die „Jagd“ mit der Schlinge streng verboten.

Theo Rohjans

 

 

2. So baut man einen Flipps
Als Kinder hatten wir in den Ferien immer einen „Flipps“ bzw. „Flitsche“ dabei. Man schnitt sich eine geeignete Zwille (1) befestigte mit dünnem Draht (2) zwei Gummiringe (3) stramm an die Vorkerbungen und an die abgeschnittene „Zunge“ ((4)) von einem ausrangierten Schuh. Fertig (5)!

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Als „Munition“ sind am besten glatte, möglichst runde Kieselsteine geeignet.
Mit einiger Übung trifft man auf zehn Meter beim zweiten oder dritten Schuss eine Blechdose oder (viel schöner!) eine Flasche.
Theo Rohjans

 

3. So bastelt man eine Fleitepiepen
Eine Hirtenpfeife oder „Fleitepiepen“, wie sie bei uns hieß, stellt man im Frühjahr her, wenn in den Baumtrieben der Saft
steigt. Besonders gut sind etwa fingerdicke Triebe vom Weidenbaum oder Haselstrauch aber auch von vielen anderen Bäumen und Sträuchern geeignet.
Man schneidet ein etwa 10 cm langes Stück ab, schneidet an einer Stelle eine Rille rund um das Holz durch Bast und Borke (1) und klopft mit dem Messergriff so lange af das
längere Ende, bis sich die Borke wie eine Zigarettenhülse (2) abziehen lässt.
Man schneidet dann von dem frei gelegtem Holz ein ca. 1 cm langes Mundstück ab (3),von dem man eine Kerbe als Luftdurchlass abtrennt (4).
Nachdem man das Mundstück wieder eingeschoben hat, schneidet man gleich hinter diesem Mundstück einen kleinen
Ausschnitt als Luftauslass (5) in die Hülse. Zusammenschieben und fertig ist die„Fleitepiepen“.

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Wie man sieht, ist die Herstellung dieser Hirtenpfeife, die leider völlig in Vergessenheit geraten ist, sehr einfach. Mein Vater hat uns die Herstellung schon als Kind beigebracht.
Durch Herausziehen und Einschieben des Holzes lässt sich der Resonanzraum stufenlos variieren. Man kann so Vogelstimmen imitieren und sogar kleine Melodien darauf spielen.

Theo Rohjans

 

 

            

4. Maipiepen statt Fleitepiepen

 

Als späte Reaktion auf die Anleitung zur Herstellung

einer Fleitepiepen (Ausgabe 2006, Heft 18) habe ich eine sogenannte „Maipiepen“ erhalten.

Die Maipiepen ist die im Ammerland gebräuchliche einfachere Form der Fleitepiepen. Während bei der Fleitepiepen, wie man sie bei uns kennt, der Hohlraum         veränderlich ist, bleibt bei der Maipiepen das Mundstück mit dem Holz verbunden. Deshalb lässt sich auf der Maipiepen nur ein einziger Ton erzeugen.

Die Herstellung ähnelt der Herstellung der Fleitepiepen:

 

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Im Frühjahr wird ein Stück von einem Ast abgeschnitten.

Das Stück sollte etwa 1,5-2,0 cm Durchmesser haben. Am besten sind dafür Haselnuss oder Eberesche, aber auch andere safttreibende Busch- oder Baumarten geeignet.

In etwa 6-10 cm Abstand von der Schnittstelle wird nun die Rinde mit einem scharfen Messer abgetrennt. Auf dieses Stück wird dann solange mit dem Messergriff geklopft, bis es sich als Hülse abziehen oder abdrehen lässt (siehe Abb. A).

In die Hülse wird eine Luftöffnung geschnitten.

Aus dem freigelegten frischen Holz wird eine Kerbe herausgeschnitten bzw. herausgeschnitzt. Als letztes wird die Hülse wieder aufgeschoben (B).

Fertig ist die Maipiepen!

 

Theo Rohjans

 

5. Knallebüchsen selbstgebaut

Als Kinder hatten wir sogenannte „Knallebüchsen“, mit denen wir mit lautem Knall Eicheln verschießen konnten.
Das ging natürlich nur solange gut, bis irgendwann das gute Stück kaputt gebrochen war.
Da es sich bei meiner Knallebüchsen um ein „Erbstück“ handelte, fragte ich meinen Vater, woher denn die alte Knallebüchse stammte.
Mein Vater erzählte mir, dass die Büchsen „zu seiner Zeit“ von Tischlern hergestellt und teilweise kunstvoll gedrechselt wurden. Da aber in den sechziger Jahren kein Tischler mehr Zeit für „so was“ hatte, war es aus mit der schönen Knallerei.
Man könne sich aber auch aus Ästen von Holunderbeersträuchern selbst eine Knallebüchse herstellen. Nach ein, zwei fruchtlosen Versuchen hatte ich damals aufgegeben.

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Im letzten Jahr fiel mir die alte Knallebüchse und damit die Geschichte wieder ein.
Ich musste aber feststellen, dass das Holz viel zu nass und weich war.
Als ich mir jetzt die Holzstücke nochmal ansah, war das Holz hart, trocken und gut zu bearbeiten.
Also habe ich einen neuen Versuch gestartet.
Das „Rohr“ hat eine Länge von cirka 21 cm und der „Griff“ etwa 10 cm.
Das Mark aus dem Holunderast kann man am einfachsten mit einem 5 mm Hand-Rundbohrer entfernen; aber ein heißer Draht wird es auch tun.
Die so vorhandene Führung habe ich dann mit einem 12 mm Holzbohrer (mit Spitze) nachgebohrt.
Als Stange habe ich eine 10 mm Holzdübelstange in einer Länge von 22 cm zugeschnitten.
Die Stange wird cirka 3 cm in den entsprechend vorgebohrten Griff eingeschoben und einfach festgeklopft.
Die geriffelte Stange wird dann noch mit Schmirgelpapier geglättet.
Zum Verschießen verwendet man Eichelhäften.
Eichel einmal durchgestopft, Spucke nicht vergessen und los geht die Knallerein.
Die Knallebüchse steht dem gedrechselten Exemplar an Lautstärke und Schussweite in nichts nach!

Theo Rohjans

 

5. Wäpelraut

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Theo Rohjans

Zur Abwechselung habe ich hier Aufkleber aus der Kleintierzucht (Enten) verwendet.

Bei der Kunst des Tunscheren-Krüllens fehlt es leider noch an dem richtigen “Dreh”. Seit einiger Zeit wird aber in Löningen-Augustenfeld Unterricht im Fertigen von Tunscheren angeboten.

Ähnlich wie Tunscheren werden auch Palmstöcke “gekrüllt”. Hier verwendetes Material: Haselnuss.

 

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Vier neue “Wäpelrauts” aus dem Jahre 2017.

Hergestellt wieder aus Haselnuss mit einem scharfen “Löwenmesser”. Trockenzeit der unbehandelten Äste: 1 Woche.

Theo Rohjans

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Jan 022015

Pirgo

Das Betonwerk

17.1

 

 

 

 

 

 

Das Betonwerk im Jahre 1950

Am 1. Oktober 1903 gründeten Theodor Rohjans und Otto Rosemeyer, Löningen in Lorup die Firma Rosemeyer & Rohjans. An der Werlter Straße entstand ein kleines Fabrikationsgebäude für die Herstellung von Betondachziegeln und anderen Betonwaren.
Otto Rosemeyer war der Inhaber der Firma Gebr. Rosemeyer, Landhandel und Betonwarenfabrik in Löningen. Theodor Rohjans (* 22.9.1875) hatte bei der Firma Rosemeyer in Löningen die Herstellung von Betonwaren erlernt.
Im Jahre 1904 war Friesoythe von einem verheerenden Brand heimgesucht worden. Angefangen vom damaligen Stadttor bis an das Ende der Wasserstraße waren die Gebäude fast restlos niedergebrannt.
Beim Aufbau der Gebäude suchte man nach einer Hartbedachung, da man zu diesem Zeitpunkt in Friesoythe nur gedockte Hohlziegel-, sowie Reet-, Heide- und Strohdächer kannte. Da man bei Bränden um die erhöhte Ausdehnungsgefahr wusste, ließ man sich davon überzeugen, dass die Brandübertragungsgefahr bei Hartdächern ohne Strohdocken erheblich reduziert werden könnte.
Theodor Rohjans gelang es, fast alle Brandgeschädigten zu überzeugen und den einzelnen Bauherren Betonfalzziegel zu verkaufen.
Während der mit den Bauherren in Friesoythe geführten Verhandlungen stellte Theodor Rohjans fest, dass der von den Handwerkern für das Mauerwerk verwendete Mauersand in Körnung und Qualität besser war als der Loruper und auch für die Herstellung von Betonwaren besonders geeignet war. Er erkundigte sich nach der Herkunft des Mauersandes. Nach vorgenommenen Besichtigungen, Feststellung der Qualität und voraussichtlichen Quantität des Kiesvorkommens kauften die beiden Geschäftsinhaber Otto Rosemeyer und Theodor Rohjans 1906 das Grundstück in Altenoythe-Pirgo, um darauf ein neues Betonwerk zu errichten.

17.2

 

 

 

 
Die alte Halle aus dem Jahre 1906

Theodor Rohjans übersiedelte nach Altenoythe und übernahm die alleinige Geschäftsführung, während Otto Rosemeyer in Löningen blieb und dort den noch heute existierenden Landhandel führte.

17.3

 

 

 

 

 

 

Das Betonwerk im Jahre 1947. Im Vordergrund Theodor Rohjans und Sohn Hermann.

Da Altenoythe für den Absatz von Betonwaren geografisch wesentlich günstiger als Lorup lag und eine höhere Absatzmöglichkeit vorhanden war, wurde der Betrieb in Lorup verkauft und die Produktion in Altenoythe erheblich erweitert. Besonders die Ammerländer, die bis dahin noch keine Hartdächer kannten, waren begeisterte und kauffreudige Kunden. Die sich zu einer beachtlichen Größe entwickelte Fabrik wurde am 5. April 1906 ins Handelsregister eingetragen.

Theodor Rohjans ließ neben dem Fabrikationsgebäude ein Wohnhaus bauen und vermählte sich am 30.01.1908 mit Bernhardina Block (*15.04.1883, + 21.09.1964), Altenoythe, einer Tochter des Hermann Gerhard Block, Vorbesitzer des Grundstücks, auf dem das Unternehmen errichtet worden war. Hermann Gerhard Block war der Ehemann von Margaretha Block geb. Niemeyer. Daher der Beiname Neimers.
Margaretha Niemeyer wiederum war die Tochter des Johann Niemeyer.

 

17.4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Karte zur Markenteilung von 1823 ist Johann Niemeyer, der Großvater von Bernadine Rohjans geb. Block als Eigentümer verzeichnet.

Der Vater von Hermann Gerhard Block war Lubbert Block, gebürtig aus Ramsloh, verheiratet mit Elisabeth Willers aus Altenoythe

17.5

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Hof von Johann Niemeyer befand sich an der Riege (heute Block-Banemann, Karte zur Markenteilung von 1823).

Der Hof wird bereits 1606 im Einwohnerregister als Hof des „Gerth Nijmeyer mit Frau und drei Kindern“ erwähnt.
Theodor und Bernadine Rohjans hatten vier Kinder. Hermann (*27.02.1911, + 25.02.2004), Tobina (*30.12.1913, +28.11.1996), Margaretha (*24.06.1915, +14.02.1952) und Heinrich (*28.08.1920, + 22.03.1987).
Das Betonwerk erwies sich zu damaliger Zeit für etliche Familienväter als willkommene Verdienstmöglichkeit, da es nur wenige Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft gab. Einige Mitarbeiter kamen auch aus der Edewechter Gegend.

17.6                                                                                                                                                                                    Kiesgraben in den 20er Jahren

Theodor Rohjans konnte sich im Zuge der schwunghaften Entwicklung des Betriebes und eines sagenhaft glücklichen Einkaufsabschlusses, der auf der Zwistigkeit unter den Zementwerken beruhte, schon im Jahre 1913 einen PKW leisten und war damit der 1. Besitzer einer „Benzinkutsche” in Friesoythe und nächster Umgebung.

 

17.7

 

 

 

 

 

 

 

Theodor Rohjans und Hermann Dumstorff 1944

 

Neben der Herstellung von Betondachziegeln, Betonrohren und anderen Betonwaren nahm die Firma schon in diesen Jahren den Handel mit nordischen Hölzern auf.
Im Jahre 1914 wurden ca. 10 Arbeitskräfte beschäftigt. Die tägliche Produktion betrug über 2.500 Dachziegel. Dies bedeutet, dass eine Tagesproduktion für die Bedachung eines Wohnhauses ausreichte.
Im August 1914 begann der erste Weltkrieg. Theodor Rohjans und seine Arbeiter, welche größtenteils jüngere Leute waren, wurden alsbald zum Kriegsdienst eingezogen. Der Betrieb wurde im Jahre 1915 stillgelegt.

17.8

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dieser Fotopostkarte aus dem Jahr 1915 berichtet Theodor Rohjans seiner Nachbarin Elisabeth Timmermann, dass er ihren Mann Bernhard Timmermann in der Kaserne in Ülzen getroffen hatte und dass es ihm gut ging.

 

Gegen Ende 1918 kehrte Theodor Rohjans aus dem Krieg zurück und begann sofort mit der Wiederaufnahme der Produktion von Dachziegeln, Betonrohren usw. Der Betondachziegel setzte sich immer mehr durch. Leider begann in den Jahren 1922/23 die Geldentwertung, die zu einer vollständigen Inflation führte.
Erst nach Beendigung der Inflation im Jahre 1924 konnte wieder mit festen Werten gearbeitet werden. Die Wirtschaft erholte sich schnell. Theodor Rohjans war viele Jahre im Rat der Gemeinde Altenoythe tätig, wo er sich konsequent für die Belange von Hohefeld und Pirgo einsetzte. Für den Bau und die Erweiterung der Schule in Hohefeld stellte er jeweils kostenlos Kies und Baumaterialien zur Verfügung (siehe dazu auch die Schulchronik von Lehrer Böckmann, „Dit und Dat“ Nr. 22, Seite 27).
Mitte der 30er Jahre war er maßgeblich an der Erstellung des ersten Sport- und Fußballplatzes in den Bauertannen beteiligt, indem er kostenlos Loren, Gleise, Sand und Gerätschaften zur Planierung der Sanddünen bereitstellte.
Auch für die Befestigung des Weges vom Pirgo dorthin (jetzt Hohefelder Weg) stellte er wiederum Material und seine Gerätschaften kostenlos zur Verfügung.
Bei älteren Anwohnern ist für den Weg auch heute noch die Bezeichnung „Rohjans-Damm“ gebräuchlich.
In den Jahren 1930/32 folgte die sogenannte Weltwirtschaftskrise. Die Betondachziegel wurden zudem größtenteils vom Markt verdrängt, da inzwischen Tonhohl- und Doppelfalzziegel den Markt erobert hatten. Wegen der veränderten Situation wurde die Produktion auf ein Minimum reduziert.
Theodor Rohjans besann sich wieder der Vorkriegszeit und begann, den Handel mit Holz- und Baustoffen verstärkt aufzunehmen. Zunächst wurde wieder ein Holz- und Baustofflager eingerichtet.
In Altenoythe war wegen der geografisch ungünstigen Lage und schlechten Beförderungsmöglichkeiten nur ein Geschäft kleineren Umfangs möglich. Daher pachtete er ein Grundstück auf dem Bahnhofsgelände in Friesoythe und errichtete dort im Jahre 1935 einen größeren Holz- u. Baustofflagerschuppen.
1938 trat Hermann Rohjans, der älteste Sohn von Theodor Rohjans, in das Geschäft ein. Er war mehrere Jahre bei der Landessparkasse zu Oldenburg tätig gewesen und hatte sich als Volontär bei den renommierten Firmen J. W. Abeken, Osnabrück und Josef Hüttemann, Olsberg, Holzfachkenntnisse angeeignet.

 

17.9

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hermann Rohjans prüft den Betonkies auf seine Qulalität (um 1950).

 

Das Unternehmen entwickelte sich zusehends gut. Am 1. September 1939 begann der 2. Weltkrieg. Hermann Rohjans wurde am 26. August, einem Stellungsbefehl folgend, Soldat. Weitere junge Mitarbeiter wurden in den folgenden Monaten zum Militärdienst eingezogen.
Theodor Rohjans fühlte sich für die Weiterführung und die Alleinverantwortung zu alt und schloss kurzerhand das Geschäft.
Als die Alliierten im April 1945 Friesoythe besetzten, wurde die Firma stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Lagerschuppen, der mit wertvollen Materialien gefüllt war, wurde beim Durchmarsch der Kanadier in Brand gesetzt. Gebäude und Vorräte wurden restlos vernichtet. Ebenfalls wurden das Wohnhaus des Theodor Rohjans in Altenoythe, Pirgo (wobei sämtliche Dokumente, Bilder Fotos und eine wertvolle Münzsammlung vernichtet wurden) und das Wohnhaus des Hermann Rohjans in Altenoythe, Kirchhof ein Raub der Flammen.
Hermann Rohjans hatte das Glück, bereits Anfang Mai 1945 aus dem Krieg zurückzukehren. Jetzt hieß es, wieder von vorne anzufangen. Da in Friesoythe durch Kriegseinwirkung fast sämtliche Gebäude niedergebrannt waren, und auch die umliegenden Gemeinden stark gelitten hatten, bestand ein großer Bedarf an Dachziegeln. Man entsann sich der alten Dachziegel-Handformtische, die bis 1932 ihren Dienst getan hatten, holte sie aus den Lagerräumen hervor und machte sie wieder funktionsfähig.
Rohstoffe wurden im Kompensationsverfahren besorgt. Arbeitskräfte, darunter einige Flüchtlinge, wurden eingestellt, die gegen Geld und Naturalien Dachziegel produzierten. Der “Verkauf” der Dachziegel erfolgte größtenteils auf dem Kompensationswege. Kies für die Herstellung der Dachziegel entnahm man zum großen Teil den eigenen Vorkommen in Altenoythe, so dass hierfür kaum Naturalien erforderlich waren.

 

17.10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1947. Die Mitarbeiter Paul Treichel (damals wohnhaft in Altenoythe Riege)und Otto Steffen, der im Seitentrakt des Fabrikgebäudes wohnte.

 

Der rückwärtige Teil des Betonwerks diente der Familie Theodor Rohjans, als das Wohnhaus abgebrannt war, aber auch August Höffmann, Bernd Göken, Bernd Willer und Heinrich Lücking als Quartier.
Der umständliche Tauschhandel dauerte bis zur Währungsreform am 21.06.1948.
Im Jahr 1947 heirateten Margaretha Rohjans und Heinrich Schnarheld.

 

17.11

 

Das Hochzeitsbild vor dem wiederaufgebauten Wohnhaus 1947
Im Jahre 1951 zog sich Theodor Rohjans aus der Firma zurück.
Im Jahre 1952 wurde ein Büro- und Verkaufsgebäude für Eisenwaren und Baubeschläge an der Ladestraße in Friesoythe eingerichtet. Im Jahre 1953 konnte die Firma auf ihr 50-jähriges Bestehen zurückblicken. Eine Jubiläumsfeier unterblieb auf Wunsch des inzwischen fast 80 Jahre alten Theodor Rohjans, der sich nicht mehr voller Gesundheit erfreuen konnte. Am 17.06.1954 verstarb Theodor Rohjans.
Das Wohnhaus und die angrenzenden Wiesen auf dem Pirgo erbte Heinrich Rohjans, der diese alsbald an die Firma Rosemeyer & Rohjans verkaufte. Am 08.06.1962 erwarb die Firma Rosemeyer & Rohjans den größten Teil des anliegenden Grundstücks von der Gemeinde Altenoythe (siehe Karte Bezeichnung „Wegerde“)
Der Mitinhaber Otto Rosemeyer war bereits im Jahre 1932 verstorben und hatte seine Ehefrau Berta geborene Thole als Erbin eingesetzt.
Die Erben der Witwe Rosemeyer, die gleichzeitig mit der Weiterführung der Firma Gebr. Rosemeyer als Erben betraut worden waren, verkauften 1964 ihre Anteile an die damaligen Mitinhaber Hermann und Heinrich Rohjans für 160.000 DM.
Am 19.12 1986 kaufte Theo Rohjans Grundstück und Gebäude.
Im hinteren Teil des Betonwerks und auf dem Dachoden wurde ein Fabrikmuseum zusammengestellt. 1999 errichtete Theo Rohjans an der Stelle des am 18.11. 1974 abgebrannten Wohnhauses nach eigenem Entwurf, eigenen Plänen undeigener Statik  ein neues Wohnhaus.

 

 

17.12                     17.13

 

 

 

                                                                          Kieskuhle-Pirgo-150x150

 

 

 

17.14

 

 

Bis ins Jahr 1987 wurde noch sporadisch Kies (feiner Fugsand) gebaggert. Bis 1988 wurden noch im Winter, wenn es witterungsbedingt in der Sägerei in Friesoythe keine Arbeit gab, Betonwaren hergestellt.
Theo Rohjans (aus Chronik Pirgo, 2014)

 

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Foto 2014 von Daniel Kemper von einem Hubschrauber aus gemacht.